2014 wieder mehr Autoverkäufe
2015-01-10 09:00:45

Auto verkaufenDie Autoverkäufe waren 2014 nach zwei Minus-Jahren erstmals wieder im Plus. Die Deutschen kauften mehr Fahrzeuge, um 2,9 Prozent legte der Automarkt im Vergleich zum Vorjahr zu. Ein Grund zur Freude!?

Doch so richtig hat sich der Optimismus in der Branche nicht breit gemacht. Der Markt wird dominiert von Eigenzulassungen und gewerblichen Neuzulassungen. Mit Hinsicht auf die gute wirtschaftliche Situation in Deutschland, hätten die privaten Autoverkäufe viel stärker steigen müssen. Welche Marken dennoch gut abschnitten und welche Modelle die wahren Käuferlieblinge waren?

Bemessene Freude

Golf verkaufenLaut Angaben aus der Branche war 2014 zwar ein besseres Jahr als erwartet, aber wirklich euphorisch ist man nicht. Seit der deutschen Wiedervereinigung wurden nur 2013 und 2010 weniger Autoverkäufe registriert als im letzten Jahr. 2014 wurden 3,04 Millionen neue Autos erstmals zugelassen. Das größte Problem für die Autobauer ist, dass gewerbliche Zulassungen dominieren. Im November gingen mehr als zwei Drittel aller Autoverkäufe auf das Konto von Firmenflotten oder aber direkt auf das der Hersteller und Händler. Private Käufer für Neuwagen gibt es immer weniger. Woran das liegt?

Eigenzulassungen werden zum Problem

Zwar nahmen die gesamten Autoverkäufe 2014 um 2,6 Prozent zu, aber die Anzahl der Privatkäufer sank um 1,6 Prozent auf 36,3 Prozent. Im elften Monat des Jahres wurde sogar nur noch jeder dritte Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Die Autohersteller und Händler machen die Wagen mithilfe von Eigenzulassungen zu interessanten Schnäppchen. Bis vor einigen Jahren war diese Taktik vor allem unter den Importeuren beliebt, heutzutage bedienen sich alle Marken dieses Tricks. Was wiederum zu einem großen Angebot an preisgünstigeren Tageszulassungen führt.

Deutsche Marken beliebt

Mercedes verkaufenIn der Neuzulassungs-Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts über die Autoverkäufe von Neuwagen finden sich erstaunlich viele deutsche Marken auf den ersten Plätzen. Volkswagen dominiert die Rangliste, gefolgt von Mercedes, Audi, BMW, Opel und Ford. Als beste Importmarke konnte sich Skoda positionieren, gefolgt von Renault und Hyundai.

Auch bleibt VW unangefochten Marktführer mit 21,6 Prozent Marktanteil, konnten einige Hersteller gute Zuwächse im Vergleich zum Vorjahre verbuchen. Am deutlichsten legten Jeep (mit 48,8 Prozent), Land Rover (mit 18,1 Prozent) und Mazda (mit 16,7 Prozent) zu. Einige Marken mussten 2014 Verluste im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen: Chevrolet (mit -77,4 Prozent), Lancia (mit -21,4 Prozent), Lexus (mit -19,7 Prozent) und Subaru (mit -16,6 Prozent). Nicht verwunderlich für die ersten beiden Marken, Chevrolet und Lancia haben beide angekündigt den deutschen Markt zu verlassen.

Welche Autos fahren die Deutschen?

Über 50 Prozent aller Autoverkäufe waren aus folgenden Segmenten: Kompaktklasse (26,4 Prozent), Kleinwagen (15,1 Prozent) und Mittelklasse (12,5 Prozent). Meistverkauftes Auto ist und bleibt weiterhin der VW Golf, die Deutschen haben ihr Lieblingsauto fest ins Herz geschlossen. Interessant wird es, wenn die gewerblichen Autoverkäufe und die privaten Zulassungen separat betrachtet werden. Vor allem größere Fahrzeuge wie der VW Passat sind beliebt als Firmenwagen, bei den privaten Käufern sind eher kleine, und somit billige, Pkw beliebt. So sind der Skoda Fabia und der Ford Fiesta in der Gesamtstatistik der Autoverkäufe nicht besonders hoch gelistet, aber bei den Privatkäufern sehr beliebt. Genauso geht es der rumänischen Billig-Marke Dacia, in der Gesamtübersicht nimmt diese keinen hohen Platz ein, da sie nicht gewerbliche Kunden anspricht.

Autoverkäufe mit viel PS

Das Segment der SUVs ist weiterhin auf dem Vormarsch in Deutschland und legte mit einem saftigen Plus von 20,6 Prozent zu. Für die kommenden Jahre ist ein weiteres Wachstum dieser leistungsstarken Fahrzeug zu erwarten. Insgesamt wurden 2014 in Deutschland so viel PS zugelassen wie noch nie zuvor. Durchschnittlich hatten die neuen Kfz 140 PS unter der Haube, vor zehn Jahren waren es noch 121 PS und vor zwanzig Jahren sogar nur 94 PS.

Voraussichten 2015

Es wird spannend, ob sich der Trends zu immer weniger privaten Neuzulassungen fortsetzt, oder ob 2015 eine Trendwende bringen wird. Eine große Rolle wird hierbei sicherlich die Preispolitik der Hersteller spielen, wenn diese weiterhin die Preise mit günstigen Tageszulassungen drücken, werden viele Autokäufer lieber auf diese vergleichsweise günstigere Alternative ausweichen. Die ersten Absatzzahlen des Jahres werden es zeigen, was uns das neue Jahr mit Hinsicht auf die Autoverkäufe bringt.