Abwrackprämie 2015 – Wichtig für alle Altauto-Fahrer
2015-04-15 09:00:07

Altauto verschrottenSeit dem 1. April ist sie wieder zurück – die Abwrackprämie. Dieses Mal handelt es sich allerdings nicht um ein Konjunkturpaket der Bundesregierung wie bei der Umweltprämie aus dem Jahr 2009. 2015 handelt es sich um eine verkaufsfördernde Maßnahme von Volkswagen.

Was hinter der Abwrackprämie 2015 steckt, wer sie nutzen kann und sollte - und was eine neue offizielle Umweltprämie uns bringen würde. Wenn Sie ein altes Auto fahren, dann sollten Sie die Infos im Folgenden gut durchlesen.

VW erfindet die Abwrackprämie neu

Gebrauchtwagen verwerten2009 – mitten in der Finanzkrise – förderte die Bundesregierung die Verschrottung von Altwagen mit 2500 Euro. Für viele gilt die Umweltprämie als Star des Konjunkturpakets II. Hunderttausende alte Autos wurden verschrottet und Autohäuser konnten sich über Absatzrekorde freuen.

Seitdem bleiben die Rufe nach einer Neuauflage der Abwrackprämie nicht still. Unsere Regierung hat zwar kürzlich eine Abwrackprämie für alte Heizungen angekündigt – für Pkw scheinen aber derzeit keine Anreize geplant zu sein.

Doch nun greift Volkswagen ein – seit Jahren die meistverkaufte Marke in Deutschland – hat eine eigene Abwrackprämie eingeführt. 2009 nutzen mehr als zwei Millionen Autobesitzer die Gelegenheit und verabschiedeten sich vom alten Pkw. VW hofft nun wieder die Massen begeistern zu können – dieses Mal allerdings mit einer Prämie, nur für die eigenen Autos, das versteht sich von selbst.

Fahren Sie ein Altauto?

Wer ein Auto fährt, das mehr als neun Jahre auf dem Buckel hat, der kann darüber nachdenken, sich nun einen VW zuzulegen. Denn der Wolfsburger Konzern verspricht Käufern von einem jungen Gebrauchten – darunter fallen vor allem Jahreswagen und guterhaltene Fahrzeuge aus Leasing- und Firmenbeständen – bis zu 4.000 Euro Rabatt.

Die Bedingungen? Auf der einen Seite ein Verwertungsnachweis für das Altauto, welches älter als neun Jahre und mindestens vier Monate auf den heutigen Besitzer zugelassen sein muss, und auf der anderen Seite darf das Kfz nicht aus der Volkswagen-Gruppe stammen. Gebrauchtwagen von Audi, Seat oder Skoda sind von der Aktion ausgenommen. Die Prämie gibt es nur für konzernfremde Fahrzeuge. Denn machen wir uns nichts vor, hier geht es natürlich um eine verkaufsfördernde Maßnahme von und für VW – die Prämie gibt es für alle Modelle der Volkswagen-Palette. Allerdings gibt es für Kleinwagen weniger Prämie als zum Beispiel für den Passat.

Umweltprämie reloaded

Sicherlich kein schlechter Schachzug von Volkswagen, die Popularität der Abwrackprämie für sich zu nutzen. Obwohl das Wort "Abwrackprämie" 2009 zum Unwort des Jahres gewählt wurde, war sie doch ein willkommener Anreiz für viele Fahrzeugbesitzer, um ein neues Auto zu kaufen. Viele Deutsche und natürlich auch die Vertreter von Autohäusern und der Automobilindustrie fordern schon lange eine Neuauflage der Verschrottungsprämie. Dass VW jetzt eine eigene Rabatt-Aktion unter dem Mantel der Umweltprämie einführt, zeigt auch wie heiß umkämpft nicht nur der Neuwagenmarkt, sondern auch der Abverkauf von jungen Gebrauchten ist. Der Rabattdruck bislang nicht verkaufte Autos vom Hof zu bekommen, scheint hoch zu sein.

Kein deutschen Phänomen

Die Abwrackprämie ist übrigens kein deutschen Phänomen. Auch in Russland wird mit einer Abwrackprämie gegen die Krise gekämpft. Die heutige Prämie wurde bis Ende 2015 verlängert, da sich der russische Automarkt in einer schweren Krise befindet. Vorbild für die russische Abwrackprämie war allerdings wohl die Umweltprämie aus dem deutschen Konjunkturpaket II von 2009.