Autopannen mithilfe von Sinnesorganen erkennen
2016-02-04 11:56:37

sinnesorgane und autopannenMithilfe unserer Sinnesorgane nehmen wir unsere Umgebung war. Sie können uns auch dabei helfen, Probleme mit unserem Auto zu identifizieren. Abgesehen vom „Schmecken“. Davon raten wir unter allen Umständen ab! Aber was den Rest angeht, lässt sich vieles schon durch unsere Sinne erahnen: ein verschmorter Geruch, ein klapperndes Geräusch, ein ruckelndes Gefühl oder eine gut sichtbare Rauchwolke aus dem Motorraum.
 
Doch ist eine Fahrt in die Werkstatt wirklich immer notwendig? Sie wären nicht der Erste und auch nicht der Letzte, der einen starken Benzingeruch wahrnimmt und direkt in die Werkstatt fährt, nur um festzustellen, dass der Tankdeckel offen gelassen wurde…

Was hört man?

klackern im autoSie starten Ihr Auto, fahren los und merken plötzlich, dass etwas nicht gut klingt. Tipp: schalten Sie zunächst das Radio aus (für den Fall, dass es eingeschaltet sein sollte). In manchen Liedern kommen Sequenzen vor, die mit einem Schleifen oder Klackern verwechselt werden können. Bleibt das Geräusch auch nach dem Ausschalten des Radios weiterhin hörbar? Dann könnte tatsächlich etwas defekt sein. Die häufigsten „Alarmgeräusche“ sind:
 
Klopfen:
Wenn Sie erst einen dumpfen Knall und anschließend ein klopfendes Geräusch wahrnehmen, haben Sie wahrscheinlich einen platten Reifen. Ein Reifenwechsel lässt sich auch ohne Besuch in der Werkstatt durchführen. Zumindest kurzfristig. Denn ein Reserverad (wenn vorhanden) ist nicht dafür vorgesehen, länge Strecken über längere Zeiträume zurückzulegen. Das klopfende Geräusch könnte jedoch auch von der Antriebsachse stammen. Dann wird es besser sein, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.
Brummen:
Klingt dein Auto plötzlich, als hätte es mehr Power, obwohl es für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h 30 Sekunden benötigt? Dann könnte sich ein Leck in der Auspuffanlage befinden. Auch wenn es unter Umständen cool klingt. Eine Strafe ist nicht auszuschließen, wenn die Reparatur nicht zeitig durchgeführt wird. Zudem besteht ein Risiko, dass der Endtopf sich lösen kann, wenn eine Schweißnaht oder ein Gummi zur Halterung durchgerostet bzw. durchgemodert sind. Wer hat schon Lust, während der Fahrt seinen Auspuff zu verlieren?!
Klackern:
Ein Auto bekommt oft den Beinamen „Rappelkiste“ verliehen. Auch wenn manche Leute diesen Kosenamen beinahe liebevoll verwenden, ist er nicht so weit von der Realität entfernt. Und fängt es tatsächlich an zu klacken oder zu rappeln, ist definitiv irgendetwas nicht in Ordnung. Ein Klackern kann durch verschiedene Defekte verursacht werden: loses Gestänge, lose Halterungen, kaputte Federungen. Ein Klappern aus dem Motorraum wird häufig vom Hydrostößel verursacht. Dann ist Vorsicht geboten. Am besten direkt zur Werkstatt bevor ein Motorschaden entsteht.
Ticken:
Sie hören ein ticken an oder in Ihrem Auto? Das muss nicht zwingend ein ernster Defekt sein. Überprüfen Sie zunächst, ob vielleicht irgendwo außen etwas im Wind flattert oder ein Fenster während der Fahrt das Geräusch verursacht. Oder haben Sie vielleicht sogar eine zu laute Ihr? Aber Scherz beiseite. Bei tickenden Geräuschen sind ernste Schäden weitestgehend auszuschließen. Wenn Sie die Quelle jedoch nicht identifizieren können, fahren Sie besser zeitnah zur Fachwerkstatt.
Pfeifen:
Einen Spalt offene Seitenfenster verursachen während der Fahrt ein Pfeifen. Das wäre also kein Grund für die Werkstatt. Es könnte aber auch der Turbo die Ursache sein. Dann wird über kurz oder lang ein Besuch in der Werkstatt nötig sein.

Was fühlt man?

vibrierendes lenkradNein, hier geht es nicht um Emotionen oder romantische Gefühle. Hier geht es darum, was Sie als Autofahrer/in fühlen können, wenn etwas mit Ihrem Fahrzeug nicht stimmt. Wenn zum Beispiel das Lenkrad vibriert, fühlen Sie dies deutlich in Ihren Händen. Das Lenkrad ist ständig in Kontakt mit Ihren Vorderrädern. Sollte da also etwas nicht in Ordnung sein, merken Sie es eigentlich unmittelbar an der Übertragung durch das Lenkrad. Nicht selten geschieht dies auch, direkt nachdem Sie die Winter- oder Sommerreifen aufgezogen haben. Wenn die Reifen nicht korrekt montiert wurden, schleifen Sie unter Umständen auch in Kurvenfahrten. Dann lohnt sich ein Blick unter den Wagen in der Werkstattgrube.
 

Was sieht man?

rauch aus motorraumRauch aus dem Motorraum ist nie ein gutes Zeichen. Ein „gesundes“ Auto verursacht jedenfalls keinen Rauch. Na klar, Abgase rauchen auch. Kommt der Rauch jedoch aus dem Motorraum, könnte es nicht nur ein leerer Kühlwasserbehälter sein. Es kann sich auch um die Zylinderkopfdichtung  handeln. Sollte diese defekt sein, bildet sich weißer Rauch. Dann besteht direkter Handlungsbedarf. Zunächst sollte man das Auto unmittelbar verlassen, denn der Motor ist buchstäblich am Kochen. Es könnte auch ein Leck im Kühlwassersystem sein. Haben Sie einen Feuerlöscher im Auto? Dann nichts wie raus damit und den Motor kühlen.
 

Was riecht man?

verbrannter geruch autoRiecht es irgendwie verbrannt? Dann dürfte sich auch Rauch bilden. Dann bitte auch sofort das Auto verlassen. Es gibt aber auch andere fiese Gerüche, die durch die Lüftung oder die Klimaanlage ins Innere des Fahrzeugs transportiert werden können. Vielleicht ist der Filter der Klimaanlage verstopft. Eine eher seltene aber durchaus realistische Quelle für penetranten Gestank kann auch ein verwesender Tierkadaver in Ihrem Auto sein. Das geht nicht sagen Sie? Mäuse, Mader oder Ratten sind da ganz anderer Meinung. Sie nutzen unsere Autos gerne als Versteck oder als Nistplatz. Vor allem, wenn Sie länger stehen. Wer also den typischen Verwesungsgeruch in seinem Auto feststellt, sollte die Quelle möglichst umgehend ausfindig machen.