Batteriefabrik – Tesla denkt an Deutschland
2014-11-26 09:00:16

Batteriefabrik Eine Batteriefabrik am Standort Deutschland, das ist einer der langfristigen Pläne von Tesla-Chef Elon Musk. Der Pionier der Elektromobilität kritisierte hiermit auch Daimler, die noch vor wenigen Tagen das Aus der eigenen Batteriefabrik für Elektroautos in Kamenz bekannt gegeben hatten. Den deutschen Autoherstellern wirft Musk mangelndes technologisches Engagement vor.
„Auf lange Sicht“ will der US-Elektroautohersteller in Deutschland in einer eigenen Batteriefabrik Batteriezellen herstellen. In den USA baut Tesla derzeit an einer riesen Batteriefabrik, der sogenannten „Gigafactory“. Nur durch Massenproduktion können die Kosten für die Batterien gesenkt werden.

In fünf oder sechs Jahren Batteriefabrik

Tesla E-Auto verkaufenDiese Woche gab Tesla-Chef Elon Musk bekannt, dass nach seiner Einschätzung eine Batteriefabrik in Deutschland errichtet wird. In ungefähr fünf bis sechs Jahren sollte es soweit sein. Das Musk sich so äußert, mag lange geplant gewesen sein. Zufällig ist aber, dass sein Kommentar nur wenige Tage nach der Bekanntgabe von Daimler, die einzige deutsche Batteriezellen-Fabrik in Kamenz bei Dresden zu schließen, gedruckt wurde. Daimler wird die Batteriefabrik in Deutschland zum Jahresende 2015 schließen. Laut eigener Erklärung ist die Produktion von Batteriezellen für Elektro- und Hybridautos, wie den Smart, auf lange Sicht gesehen nicht wirtschaftlich. Die Nachfrage für die Batterien ist einfach noch nicht groß genug. Elektroautos sind auf deutschen Straßen noch stets eine Rarität.
Daimler konnte zwar wettbewerbsfähig produzieren, aber die Stückzahlen waren zu niedrig, um sich wirtschaftlich zu rechnen. Tesla sieht zwar genau die gleichen Probleme, steuert aber dagegen und baut eine Riesenfabrik in den USA. Durch die Massenproduktion will Tesla die Kosten für die Fertigung senken.

Elektroautos noch zu teuer

E-Autos, angetrieben durch Batterien, sind immer noch eine Seltenheit auf deutschen Straßen. Die Infrastruktur ist außerhalb der großen Städte noch nicht ausgebaut, elektrische Autos haben noch eine geringe Reichweite. Aber ein viel wichtiger Grund, warum die Verkäufe hinter den Erwartungen zurückbleiben, ist der Preis. Elektroautos sind noch vergleichsweise sehr teuer, verursacht durch hohe Kosten für die Batterien. Mit einer eigenen Massenproduktion will Tesla nun die Kosten senken.
Allerdings baut Tesla die sogenannte „Gigafactory“ nicht alleine. Gefertigt wird gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen Panasonic. Diese sind Spezialisten für Lithium-Ionen-Batterien. Auch andere asiatische Unternehmen, wie LG oder Toshiba, sind führend auf dem Gebiet. Nicht verwunderlich also, dass Tesla den deutschen Unternehmen fehlendes technologisches Engagement vorwirft. „Die deutsche Autoindustrie sollte viel mehr Energie in die Entwicklung von Batterien stecken. Sie hat beste Voraussetzungen“, so Musk.

Kooperationen

Tesla setzt viel auf Kooperationen, nicht nur beim Bau der Batteriefabrik und der Entwicklung der Technologien. Tesla-Batterien werden unter anderem auch in Daimler-E-Fahrzeugen genutzt. Im Oktober gab der Konzern zwar bekannt, seine Anteile an dem Technologieunternehmen zu verkaufen, die laufenden Kooperationen bleiben weiterhin bestehen.
Mercedes-Benz nutzt bei der B-Klasse Electric Drive die Akkutechnik von Tesla und ein Teil der Innenraumausstattung des Model S kommt aus der Mercedes E-Klasse. Auch ist Tesla in die Entwicklung des elektrischen Smart und der elektrischen A-Klasse von Mercedes involviert.
Es bleibt abzuwarten, ob Tesla und Daimler vielleicht in der Zukunft auch bei einer deutschen Batteriefabrik zusammenarbeiten werden.