Borgward – Legende kehrt zurück
2015-02-15 09:00:55

Borgward verkaufenDer Borgward Isabella Coupé gilt als Traumwagen der Wirtschaftswunderzeit. 1961 verabschiedete sich die deutsche Automarke mit einer Insolvenz von der Bildfläche. Nach über 50 Jahren Ruhe, will Borgward nun ein Comeback feiern. Der Initiator Christan Borgward ist der Enkel des Firmengründers und Automobilpioniers Carl Friedrich Wilhelm Borgward.

Auf dem Genfer Autosalon vom 5. bis 15. März will die Marke zurückkehren. Der Enkel des Firmengründer will damit einen „Kindheitstraum verwirklichen“. Gemeinsam mit einem früheren General Motors -und Mercedes-Manager will die Borgward AG an den alten Erfolgen anknüpfen.

Große Visionen – Spektakuläres Ende

Oldtimer verkaufenGegründet wurde der Automobilhersteller von Großvater Carl. F.W. Borgward, der heute wohl den Status „Self-Made-Man“ bekommen würde. Er wuchs in einfachen Verhältnissen mit zwölf Geschwistern in Altona auf. In den dreißiger Jahren entwickelte er einen Blitzkarren und begründete damit seine Erfolgsgeschichte. Der Bremer Autobauer präsentierte 1949 in Genf seine erste Nachkriegskonstruktion, den Borgward Hansa 1500. Nicht weniger als die erste deutsche Limousine mit einem aerodynamischen Ponton-Chassis und Vorreiter des heutigen, modernen Autodesigns.

Weitere erfolgreiche Modellen folgten. Unvergessen ist wohl der Borgward Isabella, dieses Modell brachte der Marke Ruhm und weltweite Anerkennung. Die Coupé-Variante gilt als der Traumwagen der Wirtschaftswunderzeit. Es war der erste Pkw, der den Komfort einer Familienlimousine hatte, aber die Wendigkeit und Leistung eines Sportwagens.

Einige Zeit war der der Bremer Autofabrikant selbst der viertgrößte Hersteller hinter VW, Ford, Opel und Mercedes. Nachdem der US-Absatz 1960 zusammenbrach, musste das Unternehmen allerdings Insolvenz anmelden. Carl. F.W. Borgward war ein begnadeter Ingenieur und Konstrukteur, als Geschäftsmann allerdings weniger versiert. Die Marke mit der Raute verschwand von der Bildfläche.

Borgward als Oldtimer beliebt

Wie so viele andere Automarken hatte Borgward das Rennen um die Gunst der Kunden nicht überlebt. Mit der damals größten Firmenpleite Deutschlands ging das Unternehmen unter. Mehr als 20.000 Angestellte verloren beim größten Arbeitgebers ihren Arbeitsplatz. In den Jahren zwischen 1919 bis 1961 schrieb das Unternehmen Automobilgeschichte. Noch heute gelten die Modelle als kultigste Pkw des frühen 20. Jahrhunderts. Als Oldtimer erfreuen sich Hansa 1500, Isabella und Co. noch ungebrochener Bewunderung. Wer ein gut erhaltenes Isabella Coupé besitzt, der hat ein wahres Schätzchen in der Garage.

Noch heute, mehr als fünfzig Jahre nach dem Ende, ist die Marke nicht ganz in Vergessenheit geraten. Bei vielen Autoliebhabern steht der Name Borgward für Innovationen und kühne Ideen. Bislang war die Marke mit der Raute allerdings nur noch als Oldtimer und in den Erinnerungen der Fans lebendig.

Enkel mit großen Plänen

Borgward Hansa verkaufenNun will der Enkel des Firmengründers durchstarten. Laut eigenen Angaben wird damit ein Kindheitstraum Realität. Bereits 2008 gründet er gemeinsam mit einem ehemaligen GM- und Mercedes-Manager die Borgward AG. Mehr als zehn Jahr arbeitet er daran, dass die Marke wieder ein „modernes, profitables Automobilunternehmen von internationalem Rang“ wird.

Die Rückkehr der deutschen Traditionsmarke wird der Enkel des Gründers aber nicht alleine stemmen. Laut Informationen soll der viertgrößte chinesische Autohersteller, die Beiqi Foton Motor Company, mit einer hohen Kapitalsumme eingestiegen sein. Bislang fertigt das Unternehmen deutsche Autos mit Lizenzen. So werden Lastwagen von Mercedes-Benz, aber auch Wagen von Isuzu und Minivans von Toyota gefertigt. Für die Zukunft hat Beiqi Foton Motor große Pläne; bis 2020 sollen jährlich 4 Millionen Autos gefertigt werden. Borgward soll Teil der Markenstrategie werden. Das Label „Made in Germany“ hat nach wie vor einen besonders guten Ruf in China. Mit einer deutschen Traditionsmarke könnte Beiqi Foton Motor der große Wurf gelingen.

Am 3. März wissen wir mehr. Dann wird eine erste Designstudie des neue Borgward auf dem Genfer Autosalon vorgestellt. Die größere Limousine soll auf der Frankfurter IAA im September dann präsentiert werden. Die Zentrale des neuen Autoherstellers soll laut Presseangaben in Stuttgart sein. Hier finden sich bereits viele Zulieferer für die Automobilindustrie.