Brennstoffzellenfahrzeug von Toyota kommt
2014-10-20 09:00:15

Brennstoffzellenfahrzeug verkaufenDas Brennstoffzellenfahrzeug von Toyota wird im Dezember dieses Jahres noch in den Verkauf gehen. Das Brennstoffzellenfahrzeug wird voraussichtlich den Namen „Mirai“ tragen und vorerst nur in Japan zu kaufen sein. Gebaut wird das FCV (Fuel Cell Vehicle) zunächst im Toyota-Werk in Motomachi.

Geplant ist, dass zunächst 700 Brennstoffzellenfahrzeuge produziert werden. Toyota plant, dass das Volumen in den kommenden Jahren erhöht wird. Die heutige Nachfrage liegt laut eigenen Aussagen bereits bei 1.000 Einheiten. Um die Brennstoffzellen-Fahrzeuge erfolgreich zu verkaufen, benötigen die Hersteller erst einmal ein gut ausgebautes Wasserstofftankstellennetz.

Was ist ein Brennstoffzellenfahrzeug?

Ein Brennstoffzellenfahrzeug ist ein Fahrzeug mit Elektroantrieb, das die benötigte elektrische Energie aus Wasserstoff oder Methanol durch eine Brennstoffzelle erzeugt. Eine Brennstoffzelle kann chemisch gebundene Energie mit einem Wirkungsgrad von bis zu 60% direkt in elektrische Energie umwandeln. Die gewonnene elektrische Energie wird in Traktionsbatterien gespeichert. Für Brennstoffzellen-PKW werden mittlerweile ausschließlich Drucktanks aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff verwendet. Hiermit werden Reichweiten von bis zu 800 km erzielt.

FCV-Konzeptfahrzeuge

Toyota PriusFuel Cell Vehicles (FCA) beziehungsweise Brennstoffzellenfahrzeuge sind schon seit einigen Jahr nicht mehr nur Theorie. Bereits 2007 präsentierte Honda mit dem FCX Clarity ein serienreifes Brennstoffzellenfahrzeug. Die ersten Exemplare wurden damals an Leasingkunden in Kalifornien übergeben. Auch Toyota ist schon von Beginn an im Bereich der Brennstoffzellenautos aktiv. 2008 erhielt der erste Toyota FCHV-adv seine Straßenzulassung. Das japanische Umweltministerium leaste die ersten Brennstoffzellen-PKW für den kommerziellen Einsatz. Nicht nur die asiatischen Hersteller stellen Konzeptfahrzeuge vor. Unter anderem Daimler, Chrysler, FIAT, General Motors, Volkswagen, Audi und Ford und Peugeot stellten Konzeptstudien vor.

Einen Test, der ganz besonderen Sorte, führt Mercedes-Benz mit der B-Klasse F-Cell durch. Das Auto aus der aktuellen Brennstoffzellenflotte hat mit mehr als 300.000 km einen Dauerlaufrekord unter ganz normalen Alltagsbedingungen erzielt. Seit 2010 ist der unter Serienbedingungen produzierte Mercedes bereits bei Kunden im Alltagseinsatz.

Toyota gibt Produktionsstart bekannt

Diese Woche gab auch Toyota bekannt, dass man ein Brennstoffzellenfahrzeug unter Serienbedingungen produzieren wird. Ab Dezember soll der „Mirai“ verkauft werden. Die Produktionsvorbereitungen sind beendet und die 700 Brennstoffzellen-Fahrzeuge gehen in den Verkauf in Japan. Toyota plant, das Brennstoffzellenfahrzeug ab Mitte 2015 auch in den USA und Europa einzuführen. In Japan wird das Auto vor allem in den vier städtischen Großräumen von Tokio, Osaka, Nagoya und Fukuoka verkauft werden. Dort wird derzeit ein Netz an Wasserstofftankstellen aufgebaut.

Das dünne Netz von Wasserstofftankstellen ist eines der Probleme für die weitere Vorbereitung von Brennstoffzellenfahrzeugen. Ein weiteres Hindernis ist der hohe Preis. Der Preis des Mirai wird wahrscheinlich umgerechnet 52.000 Euro betragen. Toyota zufolge wird der japanische Staat aber finanzielle Anreize schaffen, so dass für den Käufer weniger Kosten entstehen.

Innovativer Vorreiter

Diese Woche gab das Beratungsunternehmen Interbrand bekannt, dass der Autohersteller Toyota die wertvollste Automarke der Welt ist. In der Best Global Brands Studie, die weltweit als Benchmarkstudie gesehen wird, ermittelt sich der Wert eines Unternehmens aus verschiedenen Messwerten. Es wird nach der finanziellen Situation geschaut sowie die Rolle der Marke bei Kaufentscheidungen. Des Weiteren untersuchen die Analysten die Attraktivität eines Unternehmens für Nachwuchskräfte, aber auch die Kundenerwartungen. Diese Aspekte geben die Stärke einer Marke wieder.

Toyota schneidet dank der neuen Werbekampagne und dank der Zusammenarbeit mit anderen Herstellern gut ab. Laut Interbrand ist Toyota gut für die Zukunft gerüstet, da der Fokus auf Innovationen und Nachhaltigkeit liegt.

Nicht nur mit dem neuen Brennstoffzellentechnikfahrzeug macht Toyota auf sich aufmerksam. Im September startete der japanische Autobauer im französischen Grenoble ein zukunftsweisendes Carsharing-Projekt mit dem Toyota i-Road. Der Toyota i-Road kann wohl am besten als futuristisches Dreirad beschrieben werden. Der Toyota i-Road wiegt gerade mal 300 Kilo und sein Wendekreis liegt bei nur drei Metern. Optimal für die Innenstadt also. Ob die Stadtbewohner das genauso sehen, wird jetzt wohl erst einmal in Frankreich getestet. Das Carsharing-Experiment in Grenoble wird drei Jahre dauern. In dieser Zeit muss sich der i-Road bewiesen haben. Theoretisch ist es das perfekte Fahrzeug für die Stadt. Mit einem Wendekreis von nur drei Metern und einer Verkehrsfläche von 2,35 mal 0,85 Metern, sollte der Toyota i-Road auch dort noch einen Parkplatz finden, wo der Smart aufgeben muss.