China bekommt jedes dritte deutsche Auto
2015-02-08 09:00:33

Auto in China verkaufenSeit Jahren erreichen uns Nachrichten, dass der Automarkt in China immer größer wird und konstant wächst. Nun wird dieser Trend erneut durch eine Studie bestätigt. Auch für deutsche Autohersteller wird China zu einem der wichtigsten Exportmärkte. Mittlerweile geht ein Drittel der deutschen Autos nach Fernost.

China kann noch dieses Jahr wichtiger werden als der europäische Heimatmarkt. Der weltweit größte Automarkt ist das Reich der Mitte bereits, bald könnte es für die deutschen Hersteller auch mehr Absatz bedeuten als die EU.

Deutsches Wachstum in China

Volkswagen verkaufenDie deutschen Autohersteller waren unter den ersten westlichen Marken, die in China aktiv wurden. Das hat Volkswagen, BMW und Co. einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Das jedenfalls geht aus der aktuellen Studie eines Beratungsunternehmens hervor.

Hierbei hilft den deutschen Herstellern natürlich, dass sie einen sehr guten Ruf bei den Chinesen genießen. Ein deutscher Pkw steht hier noch stets für Qualität und wird als Statussymbol angesehen. Dank des steigenden Wohlstandsniveaus in der Volksrepublik wächst eine statusbewusste Mittelschicht heran. Viele Chinesen haben in den letzten zehn Jahren das allererste Auto in ihrem Leben gekauft. Viele Chancen also für die deutschen Marken, treue Fans zu gewinnen. Fahrzeuge mit dem Label „Made in Germany“ sind für viele chinesische Autokäufer ein Zeichen, dass sie es geschafft haben. Wer einen BMW, Audi oder Porsche fährt, der zeigt: der wirtschaftliche Aufstieg ist gelungen.

EU nur noch auf Platz 2

Experten vermuten, dass China bereits dieses Jahr der EU den Ran ablaufen wird. Schon 2015 könnten die deutschen Autofabrikanten mehr Pkw in dem Reich der Mitte verkaufen als in Europa. Zwar ließ das allgemeine Wachstum beim Autoabsatz 2014 in China ein wenig nach; auch hier spürt man die Folgen der Wirtschaftskrise.

2013 stieg der Absatz der deutschen Autobauer um saftige 16 Prozent, 2014 ließ das Wachstum auf hohem Niveau nach und erreichte noch gute 14 Prozent Zuwachs. Deutsche Hersteller standen hiermit sehr gut da, das Gesamtwachstum im chinesischen Pkw-Markt lag im letzten Jahr nur noch bei 10 Prozent.

Volkswagen geht als Gewinner hervor

Mercedes verkaufen2014 schaffte Volkswagen es fast, zum weltweit größten Autobauer zu werden. Noch blieben die Wolfsburger hinter den Japanern von Toyota auf dem zweiten Platz. Doch die 10 Millionen Grenze knackte VW schon letztes Jahr. Hierbei half natürlich auch die gute Nachfrage auf dem chinesischen Markt. Der Mehrmarkenkonzern VW ist besonders beliebt bei den Chinesen. Neben der Kernmarke Volkswagen sind auch Audi und Porsche stark gefragt. China trug mit 37 Prozent zum gesamten globalen Absatz bei. Für die Autos mit dem VW-Logo gingen sogar die Hälfte aller Neuwagen in das Reich der Mitte. Für die anderen deutschen Autobauer ist der Anteil nicht ganz so hoch, aber dennoch erwähnenswert. Die Münchener von BMW verkauften 22 Prozent aller Autos nach China und für die Stuttgarter von Daimler waren es immerhin 17 Prozent.

In den letzten fünf Jahren konnten die deutschen Marken ihren Marktanteil erheblich steigern. 2009 war noch ein knappes Fünftel aller neuen Wagen in China von den Deutschen, laut der aktuellen Studie liegt der Wert mittlerweile bei 32 Prozent. Vor fünf Jahren lagen VW bei 22 Prozent, BMW bei 7 Prozent und Mercedes bei 6 Prozent. Den stärksten Zuwachs hat also Volkswagen realisiert.

China bleibt wichtig

Darf man der Prognose der aktuellen Studie glauben, dann bleibt China noch lange ein wichtiger Absatzmarkt für die Pkw-Hersteller. Die Studienergebnisse verweisen allerdings auf ein langsameres Tempo in den kommenden Jahren. Das Wachstum der letzten Jahre war vergleichsweise schnell. Nun soll es sich normalisieren. Viele Chinesen, die wirtschaftlich aufgestiegen sind, haben in den letzten Jahren das erste Auto gekauft. Wie auf den etablierten Märkten werden die Margen in den nächsten Jahren unter Druck geraten und der Konkurrenzkampf zunehmen.

General Motors setzt auf Kooperation

Die deutschen Hersteller setzten vor allem auf die Strategie, ihre eigenen Marken voranzubringen – zum Beispiel mit einem Ausbau des Händlernetzes. Im Gegensatz dazu setzen die Amerikaner von General Motors auf Kooperationen in Forschung und Entwicklung mit chinesischen Herstellern. Zum Beispiel ist die erfolgreiche chinesische Marke Wuling ein Joint-Venture mit GM.

Viele Autokäufer in China haben in den letzten Jahren den ersten Pkw gekauft. Eine Studie des Beratungsunternehmen Boston Consulting Group zeigt auf, dass die Markentreue noch nicht bei allen Chinesen gegeben ist. Nicht weniger als drei Viertel der chinesischen Autobesitzer gaben an, dass sie in den nächsten Jahren die Marke wechseln wollen oder dazu bereit sind. Bislang waren die Werbestrategien der deutschen Autohändler darauf ausgerichtet, Erstkäufer anzuwerben. In der Zukunft werden die Kampagnen in China daher anders aussehen müssen, wollen die deutschen Hersteller ihre Marktanteile halten und ausbauen.