Der riesige Hummer ist zurück
2014-11-18 09:00:17

Hummer verkaufenDer Hummer, der Favorit der amerikanischen Autoliebhaber, ist wieder zurück. Der Offroad-Riese war eines der Autoformate, welches der Wirtschafts- und Finanzkrisen zum Opfer fiel. Aber das scheint sich nun wieder zu verändern.

Amerikanische Autofahrer haben ihre Vorliebe für große Fahrzeuge noch nicht verloren. Da momentan der Preis von Öl im Sinkflug ist, steigen spontan auch die Verkaufszahlen für Hummer in den USA.

Hummer muss weichen

Alles am Hummer ist groß und derbe. Genau das gefällt den Amerikanern. Die hohe Sitzposition, der riesige Umfang und die schweren Motoren geben dem Fahrer, das Gefühl der König der Straße zu sein. Vor fünf Jahren mussten die Amerikaner schweren Herzens Abschied nehmen. Der beliebte Benzinschlucker war nicht mehr beim Händler erhältlich. Der allerletzte Hummer, ein H3, rollte aus der Produktion, um beim Autovermieter Avis abgeliefert zu werden. Zum Glück für die Fans gab es natürlich immer noch gebrauchte Hummer, aber auf einmal war die Devise nicht mehr größer ist immer besser. Eine Kulturveränderung für die US-Amerikaner.

Amerikaner begonnen sich an kompakte Autos zu gewöhnen. Vor allem aus dem Grund, dass der Kraftstoffverbrauch der amerikanischen Pkw um 40 Prozent gesenkt werden musste. Automobilisten mussten in kleine Autos umsteigen, gefallen hat das wenigen. Als „von der Regierung vorgeschriebene und subventionierte Brocken Schrott“ wurden die Kleinwagen von Liebhabern der großen Fahrzeuge damals bezeichnet. Benzinschlucker, wie der Hummer, mussten Platz machen für Pkw, welche die neuen Umweltstandards erfüllten.

Hummer SUV verkaufen

Hälfte der Verkäufe

Nachdem der Benzinverbrauch reguliert wurde, konnten die Amerikaner das Benzin schlichtweg nicht mehr bezahlen. Das ist nicht verwunderlich, wenn man den durchschnittlichen Verbrauch von einem Hummer betrachtet. Das sind so einige Liter. Vor der Rezession waren die SUVs weitaus beliebter als gewöhnliche Pkw. Aber seit dem Beginn der Krise ist es genau andersrum.

Nun berichtete die Washington Post, dass ein Autoverkäufer in Texas in den letzten Wochen einige Hummer verkauft hat. Während der letzten Monate stieg das Interesse der Konsumenten für die riesigen Straßen-Schlachtschiffe wieder. Nicht nur der Hummer ist wieder zurück, auch der Lincoln Navigator und der Ford Explorer kehren zurück. Im September und Oktober dieses Jahres waren die SUVs gut für 53 Prozent der gesamten Autoverkäufe. Das ist das beste Resultat seit 2005.

Hummer

Öl spottbillig

Hummer gebraucht verkaufenDas gestiegene Interesse kommt durch einen extrem niedrigen Ölpreis. Diesen niedrigen Benzinpreis haben die Amerikaner, größtenteils sich selbst zu danken. In den letzten Jahren wurde viel in die Gewinnung von Schiefergas investiert. Dank des niedrigen Ölpreises können Amerikanische Konsumenten viel Geld sparen. Ein durchschnittlicher amerikanischer Autofahrer gibt jedes Jahr 2.600 Dollar für Benzin aus. Seit Juni hat ein durchschnittlicher Amerikaner bereits 520 Dollar gespart, da Öl in diesem Zeitraum 20 Prozent billiger wurde. Amerikaner sparen diese Einsparungen nicht, sondern kaufen direkt etwas Nettes dafür.

Gewinnt die Umwelt noch?

Sind die Schritte in Richtung Energieeinsparungen von den Vereinigten Staaten nun sinnlos gewesen? Der Benzinverbrauch ist dank der Einführung von elektrischen und hybriden Autos seit 2006 gesunken sowie der Tatsache, dass junge Amerikaner weniger Kilometer fahren. Laut Aussagen der Autobranche sind selbst die SUVs umweltfreundlicher als noch vor einigen Jahren. Und doch stößt ein Riese wie der Hummer dreimal so viel Treibhausgase aus wie ein (semi-)elektrisches Auto.

In Deutschland waren die Hummer nie ein wahrer Verkaufsschlager und werden es auch wohl nicht in naher Zukunft werden. Jedoch bleiben auch in Deutschland die Verkaufszahlen für Elektrofahrzeuge zurück und große SUV erfreuen sich jeden Monat wachsender Popularität.