Deutsche Autobauer setzen auf US-Markt
2015-01-15 09:00:56

Auto verkaufenFür 2015 sehen die deutschen Autobauer viele Chancen in den Vereinigten Staaten. Nach China sind die USA immerhin der weltgrößte Pkw-Markt und dank des günstigen Sprit-Preises zieht die US-amerikanische Wirtschaft stark an. Die USA sind jedoch ein ganz spezieller Markt, um die Chancen dort vollständig nutzen zu können, müssen die deutschen Autobauer auf einige Besonderheiten achten.

Besonders Volkswagen hat mit den anderen Marktbedingungen zu kämpfen. Nur wenn die deutschen Autobauer sich auch auf die dortigen Kundenansprüche und Marktgegebenheiten anpassen, haben sie Chancen ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Gerade dank der gefallenen Ölpreise sind große Autos bei den US-Amerikanern beliebt wie eh und je.

Neues Rekordjahr?

Golf verkaufenFür die deutschen Autobauer war 2014 ein wahres Rekordjahr. Zum einen wurde im Heimatmarkt erstmals seit zwei Jahren wieder ein Wachstum realisiert, zum anderen wurden auch in den USA so viele Fahrzeuge verkauft wie nie zuvor. Volkswagen konnte erstmals in der Unternehmensgeschichte mehr als 10 Millionen Autos verkaufen und auch bei Mercedes und BMW wurden Verkaufsrekorde gebrochen.

Im letzten Jahr steigerten die deutschen Autobauer den Absatz in den Vereinigten Staaten um zwei Prozent. Insgesamt wurden fast 1,4 Millionen Pkw abgesetzt. Das klingt auf dem Papier erst einmal gut, das Gesamtwachstum in den USA lag jedoch bei stolzen sechs Prozent.

Gefragte Modelle

Gefragt waren bei den Amerikanern vor allem große Spritschlucker, Modelle wie Pick-up-Trucks und Geländewagen verkauften sich hervorragend. Der meistverkaufte Auto 2014 war dann auch der Pick-up der Ford F-Serie. Platz zwei belegt das Konkurrenzmodell Chevrolet Silverado und die Chrysler-Tochter Ram konnte Platz drei für sich vereinnahmen. Im letzten Jahr sanken die Spritpreise erstmals seit 2010, das machte sich auch direkt bei den Autoverkäufen bemerkbar. Waren angesichts hoher Spritpreise erstmals in der Geschichte auch kleinere Modelle mit einer Chance in den USA, so geht die Nachfrage nach den spritsparenden Kleinwagen direkt zurück, wenn der Ölpreis fällt.

Beliebtester Pkw eines deutschen Autobauers war der VW Jetta, auf Platz 26. Generell war Volkswagen die stärkste deutsche Marke in den USA, noch vor Mercedes. Allerdings sind im klassischen Pkw-Segment vor allem amerikanische Hersteller und die Asiaten stark.

Stärkste Marken in den USA 2014:

  1. Ford
  2. Chevrolet
  3. Toyota
  4. Honda
  5. Nissan
  6. Hyundai
  7. Jeep
  8. Kia
  9. Subaru
  10. GMC
  11. Volkswagen
  12. Mercedes

Meistverkaufte Autos USA 2014

Was müssen deutsche Autobauer ändern?

Mercedes verkaufenZwar haben die deutschen Autobauer ihren Absatz in den USA seit 2010 um mehr als die Hälfte gesteigert, aber es gibt noch großes Potenzial nach oben. Nachdem 2014 fast alle sogenannten Wachstumsmärkte geschwächelt haben, gilt der US-amerikanische Absatzmarkt als größter Wachstumsmarkt 2015. Allerdings ist der nordamerikanische Markt nicht einfach ein verlängerter Arm des europäischen Pkw-Markts. Die Käufer in den USA haben ihre ganz eigenen Vorlieben.

Das musste auch Volkswagen erkennen. In der Vergangenheit haben die Wolfsburger laut eigenen Angaben nicht genug auf die Kundenwünsche geachtet und mangelndes Verständnis für den US-Markt gehabt. Anders als im Heimatmarkt sind die Zyklen zwischen den Facelifts der Modelle in den USA weitaus kürzer. Käufer in den Vereinigten Staaten erwarten öfter optische veränderte Modelle als Käufer in Deutschland. Auch hat VW noch eine große Lücke im Segment der beliebten Pick-ups und Geländelimousinen. Aus diesem Grund hat der größte deutsche Autobauer für Ende 2016 einen speziell konzipierten Siebensitzer-SUV angekündigt.

Neben Angebotslücken sind die Volkswagen-Pkw auch überentwickelt. Für die US-Kunden sind die Modelle der Wolfsburger schlichtweg zu detailverliebt. Für diese Extra-Details wollen sie natürlich kein Geld ausgeben.

Für die deutschen Premium-Hersteller sieht es besser aus. Ihre Wagen sind gefragt unter US-amerikanischen Luxusfahrern. Für die VW-Konzerntöchter Audi und Porsche sieht es also ganz anders aus als für das Volksauto VW. Auch Mercedes und BMW können in der Oberklasse punkten. Besonders der deutsche Autobauer Mercedes ist sehr beliebt bei den Amerikanern.