Elektroautos erhalten Sonderstatus
2014-09-28 09:00:00

Elektroautos verkaufenDie Bundesregierung schafft neue Anreize für den Ankauf von Elektroautos. Diese Woche wurde das neue Elektromobilitätsgesetz (EMoG) im Bundestag verabschiedet. Kommunen haben ab 2015 Entscheidungsfreiheit, welche Sonderrechte sie Elektroautos zugestehen werden.

Elektroautos sind noch kein Selbstläufer in Deutschland. Um das Ziel der Bundesregierung, eine Million Elektroautos bis 2020, zu erreichen, muss daher noch einiges passieren. Dass die E-Autos wenig gefragt werden, liegt vor allem an der relativ geringen Reichweite, den hohen Anschaffungskosten und der kaum ausgebauten Infrastruktur. Die Bundesregierung will Elektromobilität fördern. Allerdings keinesfalls in Form von Kaufprämien, diese werden strikt abgelehnt.

Privilegien für Elektroautos

E-Auto verkaufenDas erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren. Hintergrund ist, dass man die CO2-Emissionen senken will, um den Treibhauseffekt zu vermindern. Elektroautos werden als Baustein für die Energiewende gesehen. Für deutsche Autohersteller sind Elektroautos, da diese emissionsarm oder sogar emissionslos sind, eine wichtige Hilfe, die strengen Vorgaben der Europäischen Union zu erreichen.

Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, erhalten Kommunen ab 2015 weitgehende Möglichkeiten. Die Kommunen dürfen dann kostenlose Parkplätze für Elektroautos reservieren und diesen die Nutzung von Busspuren erlauben. Viele Großstädte äußerten sich bereits kritisch. Sie lehnen die Pläne ab. Auch der Plan neue Nummernschilder, speziell für Elektroautos, einzuführen, wird vielerorts abgelehnt.

Auf einen Blick sollen Elektroautos erkennbar sein. Mithilfe von einem gesonderten Kfz-Kennzeichen soll dies gelingen. Die Privilegien für Elektroautos sollen natürlich nicht von den Falschen genutzt werden. Auch im Ausland zugelassene Autos sollen profitieren dürfen. Fahrer von Elektroautos aus dem Ausland, bekommen die Möglichkeit eine Plakette anzufragen. Elektroautos sollen mit diesen Plänen aus ihrem Nischendasein herausgeholt werden.

Des Weiteren soll es Ausnahmen von Zu- und Durchfahrtbeschränkungen geben, wenn diese aus Gründen der Luftreinhaltung oder des Lärmschutzes angeordnet sind. Welche Maßnahmen in Kraft treten, liegt im Ermessen der zuständigen Straßenverkehrsbehörde. Es wird daher erwartet, dass bundesweit viele verschiedene Regelungen eingeführt werden.

Noch ein weiter Weg

Um das gestellte Ziel der Bundesregierung, 1 Million Elektroautos bis 2020, zu erreichen, muss noch einiges passieren. Anfang 2014 waren in Deutschland 43,9 Millionen Pkw zugelassen. Der Anteil der Elektro- und Hybridautos beträgt nur geringe 0,2 Prozent. Das sind bundesweit weniger als 100.000 Fahrzeuge.

Deutsche Politiker erwarten, dass die vorgestellten Pläne, sowie eine steigende Auswahl an Elektroautos, den Absatz steigen lässt. Auch geht man davon aus, dass die anwachsende Zahl von Elektroautos auf den deutschen Straßen eine Vorbildfunktion hat.

Momentan sind die Elektroautos vergleichsweise teuer und die notwendige Infrastruktur, grade in ländlichen Regionen, ist noch nicht darauf ausgerichtet. Mit einem reinen Elektroauto kommt man momentan ungefähr 150 Kilometer weit, dann muss man das E-Auto wieder aufladen. Bislang half es nicht, die Verkaufszahlen anzukurbeln, dass für Elektroautos für zehn Jahre nach dem Kauf keine Kfz-Steuer anfällt.

Kritik an den Plänen

Nicht alle äußerten sich so positiv, wie die Politiker. Der Branchenverband VDA fordert, dass die Politik zuerst Firmen-Elektroautos fördern sollte. Unternehmen, die Elektroautos anschaffen, sollten Kosten von der Steuer absetzen können.

Umweltschützer sind auch nicht zufrieden mit den vorgestellten Plänen. Als Privilegierungsgesetz für große und schwere Hybridautos, werden die neuen Gesetzespläne bezeichnet. Bedient werden vor allem die Interessen von Luxusauto-Herstellern. Befürchtet wird, dass ein Porsche Cayenne mit elektrischer Reichweite von 30 Kilometern auf deutschen Busspuren fahren darf.

Finanzielle Unterstützung?

Nicht in Frage kommt für die Bundesregierung, den Kauf eines Elektroautos finanziell zu stimulieren. In anderen Ländern, wie Frankreich und China, werden diese finanziellen Zuschüsse ausprobiert. Norwegen gilt als Vorzeigeland, mit Hinsicht auf die Nutzung von Elektroautos. Hier funktioniert ein Mix aus finanziellen und nicht-finanziellen Anreizen sehr gut. In den Niederlanden wurden zunächst verschiedene steuerliche Vorteile für Elektroautos eingeführt, allerdings wurden diese letztes Jahr wieder zurückgenommen. Direkt gingen die Neuzulassungen von Elektroautos wieder zurück.

Anzahl Neuzulassungen Elektroautos 2003-2013