Elektrofahrzeuge auch umweltbelastend
2014-11-17 09:00:33

Elektrofahrzeug verkaufenElektrofahrzeuge sind hinsichtlich der Umweltbelastung nicht viel besser als herkömmliche Benziner oder Dieselautos. Der Feinstaubaustoß der verschiedenen Motoren unterscheidet sich nur geringfügig.

Zu diesen überraschenden Ergebnissen kommt der Wissenschaftler Bruno Van Zeebroeck. Dieser ist tätig für die Forschungsstelle Transport & Mobility Leuven (TML), ein Spin-Off der Universität KU Leuven. Elektrofahrzeuge stoßen weniger Treibhausgase aus und helfen so, den CO2-Ausstoß zu vermindern. Allerdings tragen die E-Autos nicht zur Verringerung der Feinstaubemissionen bei.

Abgasemissionen

Als besonders schädlich für die Gesundheit gilt der Ausstoß von Stickstoffmonoxid (NOx) und Feinstaub (PM), die besonders von Autos freigesetzt werden. Pkw sind Verursacher von Feinstaub durch zwei verschiedene Vorgänge. Zum einen durch das Verbrennen von Kraftstoff, die sogenannten Abgasemissionen, und zum anderen bei der Abnutzung der Bremsen, der Reifen und der Straßenoberfläche, den sogenannten Nicht-Abgasemissionen.

Die Abgasemissionen von Elektrofahrzeugen sind gleich null, da sie von Batterien angetrieben werden und keinen Kraftstoff verbrennen. Laut dem belgischen Wissenschaftlicher sind die Nicht-Abgasemissionen von elektrischen Autos allerdings genauso hoch oder sogar noch höher als bei „normalen“ Fahrzeugen.

Elektrofahrzeuge – Nachteile in der Stadt

Für viele kam es überraschend, dass die Nicht-Abgasemissionen von Elektrofahrzeugen genauso „schlecht“ abschneiden wie die von Autos, die auf herkömmliche Weise Kraftstoff verbrennen. Der Grund für dieses Ergebnis ist simpel. Elektrofahrzeuge wiegen viel mehr, da sie mit schweren Batterien ausgestattet sind. Vor allem in der Stadt, wo oft gebremst werden muss und es viele Kurven gibt, bringt das E-Auto Nachteile für die Umwelt mit sich. Durch das schnellere Abnutzen der Bremsen, Reifen und der Straßenoberfläche erzeugt ein Elektroauto nur geringfügig weniger Feinstaub als ein „normaler“ Benziner in der Innenstadt. Auch der Unterschied zu Autos mit Dieselmotor ist kleiner als erwartet.

Dieser geringfügige Unterschied zwischen Elektrofahrzeugen und Benzin- oder Dieselautos ist auf die Entwicklung von traditionell angetriebenen Autos zurückzuführen. Wenn man die heutigen Pkw mit den Autos von vor 20 Jahren vergleicht, dann sind Fahrzeuge heute weitaus umweltfreundlicher. Dies liegt an den strengen europäischen Emissionsregeln. Ein Benziner verursacht zum Beispiel an einem durchschnittlichen Tag 18 mg Feinstaub, wenn man Abgasemissionen und Nicht-Abgasemissionen zusammenrechnet. Ein Elektrofahrzeug kommt auf 17 mg Feinstaub.

 

Umweltpolitische Ausrichtung fehlt

Kaputtes Auto verkaufenElektrofahrzeuge werden momentan in Deutschland zwar nicht finanziell stimuliert, aber die Bundesregierung versucht, eine Vielzahl von Anreizen zu schaffen, um das elektrische Fahren zu stimulieren. Nachdem im September ein Gesetz vom Bundestag vorgeschlagen wurde, dass es E-Autos erlauben soll, auf Busspuren zu fahren, und kostenloses Parken möglich für diese ermöglichen soll, werden nun Steuervorteile für elektrische Dienstwagen diskutiert.

Auf Grund der Forschungsergebnisse aus Belgien sollte dies noch einmal überdacht werden. Diesen Gesetzen fehlt die umweltpolitische Ausrichtung. Elektrofahrzeuge sind nicht automatisch grüner als effiziente Benziner und Diesel, daher verdienen sie auch nicht in jedem Fall Privilegien.

Diese Sonderregeln führen dazu, dass die bis zu drei Tonnen schweren Hybriden teils gegenüber den sparsamen Benzinern bevorzugt werden. Allerdings hat dies Vorteile für die Autohersteller. Jedes verkaufte Hybrid- oder Elektrofahrzeug senkt die CO2-Grenzwerte der Flotte. So können deutsche Hersteller immer noch schwere und übermotorisierte Fahrzeuge herstellen.