Erlebe die Faszination Rennstrecke hautnah
2015-08-20 09:00:24

rennstrecke selber fahren

Motoren, Geschwindigkeit und Gefahr machen Rennstrecken zu einem faszinierenden und gleichzeitig mystischen Ort. Egal ob Motorradrennen, Formel 1 oder DTM – jedes Rennen findet seine begeisterten Anhänger. Da wird Leidenschaft entfacht, da heulen Motoren auf, da liegt Adrenalin in der Luft. Du bist ein Freund des Motorsports und möchtest gerne selber auf die Piste? Wir verraten Dir wie und wo das geht!

Motorsport erfreut sich Zeit seines Bestehens weltweit großer Beliebtheit. Und was wäre der Motorsport ohne Rennstrecken?! Zu den berühmtesten Circuits gehören u.a.:
  • Nürburgring
  • Hockenheimring
  • Avus
  • Le Mans
  • Silverstone
  • Indianapolis
  • Rallye Dakar
  • Mille Miglia
  • Rallye Monte Carle
  • Isle of Man.

Fühle Dich wie eine Rennfahrerlegende

Jedes Jahr finden auf sämtlichen Rennstrecken im In- und Ausland atemberaubende Motorsport-Events wie zum Beispiel Formel 1, Formel 3, DTM oder die Motorrad-Meisterschaften in den verschiedenen Klassen statt. Schon die dazugehörigen Trainingsläufe ziehen Motorsport-Begeisterte aus allen Teilen der Welt an. Kein Wunder also, dass die Ränge bei den offiziellen Rennen meist komplett ausgebucht sind. Wusstest Du eigentlich schon, dass viele Rennstrecken zu bestimmten Zeiten auch für die private Nutzung zugänglich sind? Hier hast Du als Semiprofi oder „Ottonormalfahrer“ die Möglichkeit, wie eine Rennsportlegende im Geschwindigkeitsrausch über die Piste zu fegen.
Sich fühlen wie Michael Schumacher, James Hunt oder Valentino Rossi gehört für authentische Rennsportfans einfach dazu. Hier kannst du Dein ganz eigenes Rennen fahren und richtig Gas geben. Doch halt! Einfach hinfahren und Vollgas geben, so leicht geht das nun auch wieder nicht. Schließlich gibt es auf Rennstrecken ein hohes Sicherheitsrisiko – für Fahrer und Zuschauer übrigens. Wir erklären Dir, wie Du Dich am besten auf „Dein Rennen“ vorbereiten kannst und wo Du überall fahren darfst.

Touristenfahrt buchen – wo und wie geht das?

Zunächst gilt es natürlich, sich für eine geeignete Rennstrecke zu entscheiden. Hier bietet es sich an, die Strecken und die Termine für private Fahrten vorher online zu checken und zu vergleichen. Die so genannten Touristenfahrten können im Voraus gebucht werden. Die Anmeldung erfolgt über die Webseiten der Rennstrecken-Betreiber oder telefonisch. Sowohl auf dem Hockenheimring, dem Nürburgring als auch in der Motorsport Arena Oschersleben sind Touristenfahrten möglich, um nur ein paar der bekanntesten zu nennen. Auf dem Circuit Zandvoort in Holland gibt es noch den so genannten Motorsport-Tag. Hier kannst Du einen Tag lang Dein Rennfahrerherz höher schlagen lassen.
touristenfahrt auf rennstrecke
Du kannst in der Regel mit Deinem eigenen Fahrzeug teilnehmen oder ein Auto vor Ort mieten. Es gibt auch Autovermietungen, die spezielle Rennwagen wie zum Beispiel den Porsche GT2 für verschiedene Strecken international zur Verfügung stellen. Der Mietpreis wird entweder anhand der Fahrzeit oder der Rundenanzahl berechnet. Wer einen richtigen Rennwagen á la Porsche, Ferrari oder BMW mietet, muss logischerweise tiefer in die Tasche greifen, als jemand, der mit seinem Privatauto teilnimmt. Allerdings wird von den Veranstaltern deutlich darauf hingewiesen, dass zu bestimmten Zeiten und/oder an bestimmten Tagen eine festgelegte Geräuschentwicklung (in dB) nicht überschritten werden darf.
Es empfiehlt sich also, bereits im Vorhinein messen zu lassen, wie laut Dein Fahrzeug maximal werden kann. Die Geräuschmessungen werden häufig auch direkt vor Ort angeboten. Auf dem Hockenheimring darf von 19.00 – 20.00 Uhr eine Geräuschentwicklung von 90dB nicht überschritten werden. Zum Vergleich: ein Flugzeug verursacht beim Start eine Geräuschentwicklung von 140 dB.

Mit Sicherheit über die Zielgerade

sicherheitsbestimmungen circuitAls Motorsportfan, Autoliebhaber oder Motorrad-Fanatiker, der gerne eine Touristenfahrt buchen möchte, solltest Du besonders viel Wert auf Deine Sicherheit legen. Darauf achten natürlich auch die Anbieter. Wettrennen sind daher grundsätzlich verboten. Weiterhin gilt, dass Autos und MotoRräder nie gleichzeitig auf die Strecke dürfen. Man behält sich vor, aufgrund von schlechtem Wetter oder anderen unvorhergesehenen Ereignissen die Touristenfahrt seitens des Veranstalters abzusagen.
Der euphorische Rennsportfan neigt häufig zur gnadenlosen Selbstüberschätzung (am Steuer). Aus der Ferne sieht das ja auch immer ganz einfach aus, was die Rennfahrer da machen: Gas geben – bremsen – lenken- Gas geben – usw. Doch Vorsicht, dieser Eindruck täuscht! Rennwagen oder –motorräder sind speziell für Hochgeschwindigkeitsfahrten gebaut bzw. ausgelegt. Sie sind leicht, wendig, windschnittig und haben Power unter der Haube. Viel Power!
Professionelle Rennfahrer verfügen über jahrelange Erfahrung und Expertise. Das kann man nicht mal eben so an einem Tag, in einer Woche und auch nicht in einem Jahr lernen. Wer schon einmal in einem renntauglichen Sportwagen gesessen hat, kann sich ungefähr vorstellen, was ihn erwartet. Dennoch werden nicht ohne Grund ausführliche Einweisungen und Kurse angeboten, die verständlicherweise oft obligatorisch sind. Mittlerweile werden auch zusätzlich schriftliche Sicherheitshinweise und Regeln für die jeweiligen Rennstrecken online auf den Webseiten des jeweiligen Rings als Download zur Verfügung gestellt.

Heizen mit Bedacht

In der Geschichte des Motorsports gab es leider schon zahllose Unfälle mit schlimmen oder gar tödlichen Folgen. Die Entwicklung zeigt allerdings, dass moderne Sicherheitsmaßnahmen zumindest die Unfälle mit Todesfolge seit den 90er Jahren reduzieren konnten. Allerdings sorgten zwei schwere Unfälle auf dem Nürburgring (Nordstrecke & Grand-Prix-Strecke) in diesem Jahr bei den Sicherheitsexperten für Handlungsbedarf. Entsprechende Maßnahmen wurden ergriffen: Geschwindigkeitslimits von 200 - 250 km/h für drei Streckenabschnitte sowie 30 km/h in der Boxengasse und eine Leistungsreduktion der Fahrzeuge um fünf Prozent.
Das zeigt uns jedoch, dass Unfälle auch heutzutage nicht zu 100% vermeidbar sind. Hier trägt jeder Ring (und Fahrer) seine eigene Verantwortung und es gelten deshalb auch teilweise unterschiedliche Regeln. Informiere Dich also vorher so gut wie möglich über die entsprechenden Bestimmungen. Wir wünschen allen Touristen-Racern ein tolles Erlebnis auf der Rennstrecke!