Ferrari startet in neue Ära
2014-09-20 09:00:14

Ferrari verkaufenFerrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo gab letzte Woche seinen Rücktritt bekannt. Nach 23 Jahren endet damit am 13. Oktober eine Ära bei den Italienern. Fiat-Chef Sergio Marchionne wird den Posten übernehmen. Der Abschied von Montezemolo fällt auf den gleichen Tag, wie der Börsenstart von Fiat Chrysler. Fiat hält rund 90 Prozent Anteile an Ferrari.

Der Ferrari-Präsident muss sein Amt vor allem wegen der sportlichen Misserfolge in der Formel 1 räumen. Diese konnten die wirtschaftlichen Erfolge am Ende wohl nicht mehr ausgleichen. Wirtschaftlich konnte Ferrari im ersten Halbjahr 2014 ein Rekordergebnis bekannt geben. Nicht weniger als 1,349 Milliarden Euro fuhr man ein. Noch am Wochenende vor der Bekanntgabe seines Rücktritts, während des Heim-Grand Prix in Monza, äußerte sich Montezemolo positiv und sagte, dass er keine Pläne habe um Abschied von Ferrari zu nehmen. Allerdings fuhr hier auch zum ersten Mal seit sechs Jahren kein Ferrari auf das Podium.

23 Jahre Ferrari-Boss

Zu verkaufen FerrariMontezemolo hatte 23 Jahre lang das Sagen bei Ferrari. Begonnen war er in den 1970er Jahren als Assistent von Enzo Ferrari. Damals benötigte Montezemolo nur ein Jahr um den in die Jahre gekommenen Rennstall wieder auf Vordermann zu bringen. Mit Niki Lauda stellte Ferrari 1975 und 1977 den Weltmeister in der Königsklasse. Die erfolgreichste Zeit in der Formel 1 hatte Ferrari zwischen 1991 und 2004. In diesem Zeitraum konnten die Italiener sechs Fahrertitel und acht Konstrukteurspokale auf ihr Konto schreiben. Michael Schumacher war einer der erfolgreichsten Fahrer für den Rennstall, von 2000 bis 2004 wurde er fünf Mal in Folge Weltmeister.

Nachdem sich Kimi Räikkönen 2007 die Weltmeisterschaft sichern konnte, griff Ferrari jedes Mal wieder am Titel vorbei. Die Scuderia investierte viel Geld, unter anderem um Talente wie Fernando Alonso zu sichern. In der letzten Saison fuhr Ferrari so ein schwaches Auto, dass nur zwei Siege auf das Konto der Roten gingen. Dieses Jahr hat Ferrari noch kein einziges Rennen gewonnen.

Beim letzten Rennwochenende , auf der Heimstrecke im italienischen Monza, fand ein regelrechtes Fiasko statt. Der Bolide von Alonso stoppte nach 29 Runden und Teamkollege Räikkönen kam als Neunter ins Ziel.

Die schlechten Resultate in der Formel 1 und das Ausbleiben eines weiteren Weltmeistertitels sind wohl nicht der einzige Grund, dass Montezemolo nun das Feld räumen muss. Seit langem war bereits bekannt, dass Montezemolo und der Fiat-Chef Marchionne nicht einer Meinung waren, was den Zukunftskurs des Traditionsunternehmens angeht. Montezemolo wollte den exklusiven Status von Ferrari bewahren und die Verkäufe auf 7.000 Stück begrenzen. Marchionne hingegen will Ferrari als Waffe gegen andere Produzenten von Luxusautos einsetzen. Montezemolo hat den Streit nun verloren.

Möglicher Börsengang

Analysten gehen davon aus, dass der Abschied von Montezemolo den Weg frei macht für einen Börsengang. Fiat hält rund 90 Prozent an Ferrari, die restlichen 10 Prozent hält der Sohn von Gründer Enzo Ferrari. Fiat plant in den nächsten fünf Jahren 48 Milliarden Euro zu investieren. Dafür wird Geld benötigt. Ferrari sorgt immerhin für zwölf Prozent Umsatz bei Fiat. Welche Pläne Marchionne für Ferrari hegt, ist momentan noch nicht bekannt. In den nächsten Monaten wird hier wohl mehr Licht ins Dunkel kommen. Montezemolo verabschiedet sich jedenfalls nicht mit leeren Händen, er wird eine Abfindung von 27 Millionen Euro bekommen.

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