Fiat Chrysler Automobiles – Fusion ist offiziell
2014-10-16 09:00:14

Fiat Chrysler verkaufenSeit Sonntag heißt der neue Konzern offiziell Fiat Chrysler Automobiles. Die Traditionsmarke aus Turin gehört nun der Vergangenheit an. Die offizielle Abkürzung des fusionierten Konzerns lautet FCA. Für die nächsten Jahre haben der italienische Autohersteller und der US-Autobauer viel vor. FCA wird seit Montag auch an der New Yorker Börse gehandelt.

Anfang 2014 übernahm Fiat den US-Autobauer Chrysler komplett. Gemeinsam will man in der Zukunft die Tochter-Marken, unter anderem Alfa Romeo, Maserati und Jeep, in Glanz erstrahlen lassen und für hohe Verkaufszahlen sowie Gewinne sorgen. Konzern-Chef Marchionne gibt die Marschrichtung vor. „Wunder sind möglich“, sagte er Anfang Oktober auf dem Pariser Autosalon.

FCA – Fiat Chrysler Automobiles

FCA, diese Abkürzung steht für das neue Unternehmen Fiat Chrysler Automobiles. Die Fusion steht, vor allem für den traditionsreichen italienischen Autobauer, für den Beginn einer neuen Ära. Der Fahrzeughersteller kehrt hierfür sogar seinem Heimatland Italien den Rücken zu. Das neue Unternehmen, Fiat Chrysler Automobiles, hat seinen Sitz in London und ist nach niederländischem Recht organisiert. Das alles aus steuerlichen Gründen. Fiat ist eine Abkürzung für „Fabbrica Italiana Automobili Torino“ und hatte in Turin seinen Sitz seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1899. Nun geht der Autohersteller neue Wege.

Fiat-Boss Marchionne ist der Kopf hinter der Fusion. Bei seinem Amtsantritt vor zehn Jahren stand Fiat kurz vor der Pleite, heute startet der Auto-Konzern in eine neue Ära. Marchionne schaffte es, seinen kränkelnden Konzern mit dem zuvor insolventen US-Autobauer Chrysler fusionieren zu lassen, und zu einem Erfolg zu machen. Für die Zukunft plant der Fiat-Konzernchef noch einiges. Fiat Chrysler, der bislang siebtgrößte Autobauer der Welt, soll noch weiter nach vorne gebracht werden. Noch im September geriet Marchionne in die Schlagzeilen, da er maßgebend daran beteiligt war, dass Ferrari-Chef Montezemolo den Konzern verlässt.

Fiat nicht ohne Probleme

Fiat 500 verkaufenZwar ist der Fiat-Konzern seit der Fusion mit Chrysler nicht mehr in der Gefahrenzone, rosig sieht es trotzdem nicht aus. Noch im September gab Fiat einen Produktionsstopp in der Pomigliano-Fabrik bekannt. Hier wird unter anderem der beliebte Fiat Panda gebaut. Die Italiener gaben nicht bekannt, was der Grund für den Stopp in der Fahrzeugproduktion ist. Der Pressesprecher gab nur bekannt, dass Fiat hiermit auf die Aussichten für das neue Jahr und die traditionell abnehmende Nachfrage reagiert.

Experten teilen die Meinung, dass Fiat nur dank des US-Geschäftes der amerikanischen Tochter Chrysler das Verlustgeschäft in Europa und vor allem im kriselnden Heimatmarkt Italien ausbügeln kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich der neue Fiat Chrysler Konzern entwickelt. Der Börsenstart in New York am letzten Montag war eher unspektakulär. Chrysler hat bereits eine gescheiterte Fusion mit einem europäischen Autobauer hinter sich. Von 1998 bis 2007 war der US-Autobauer mit dem deutschen Daimler-Konzern verbunden. Letztendlich trennte sich die Daimler AG von den Amerikanern, da es enorme Qualitätsprobleme und einen daraus resultierenden Imageschaden gab.

Tochter-Marken Hoffnungsträger

Jeep verkaufenMarchionne selbst hat seinen Abschied für 2018 angekündigt. Bis dahin will er aber noch einiges für Fiat Chrysler Automobiles bewegen. Hoffnungsträger für die Zukunft sind vor allem die Tochter-Marken. Von Fiat selbst ist wenig zu erwarten, die Produktpalette gilt als stark veraltet. Auch die italienische Tochter Alfa Romeo konnte zuletzt nicht beeindrucken. Auf dem Pariser Autosalon wurde kaum Neues präsentiert. Der neue Giulietta Sprint und der MiTo Junior sind eigentlich nur Neuauflagen der Klassiker mit gleichem Namen. Wirklich neue Modelle sollen erst im nächsten Jahr vorgestellt werden. Ob diese auf große Beliebtheit bei den Autokäufern stoßen, bleibt bis dahin fraglich. Auch Lancia wird nicht positiv gesehen, als Namenshülle mit US-Inhalten wird die Marke von Experten beschrieben.

Die Marken, die vor allem als Hoffnungsträger für Fiat Chrysler gelten, kommen von der Seite der Amerikaner. Besonders die Marke Jeep konnte in den letzten Jahren glänzende Absatzzahlen vorweisen. Dieses Jahr verkaufte Jeep bereits dreimal so viele Autos wie 2009. Auch in Deutschland trumpft Jeep auf. Im September wurden 40,9 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vormonat neu zugelassen. Über diese positive Entwicklung auf dem deutschen Neuwagenmarkt dürfte man sich sehr gefreut haben.

Marchionne hat bis zu seinem Abschied 2018 jedenfalls noch viel vor. Mithilfe von einem Fünf-Jahres-Plan soll sich der Nettogewinn auf rund fünf Milliarden Euro verfünffachen. Auch erwartet der Fiat-Boss, dass es zu weiteren Konsolidierungen in der Branche kommt. Der neue FCA-Konzern will hierbei als Gewinner hervorgehen.