Ford passt Gewinnerwartung an
2014-10-04 09:00:54

Ford verkaufenDer amerikanische Autohersteller Ford passt seine Gewinnerwartung an. Die Gewinnerwartung war erst im Juli bekannt gegeben worden. Durch die schwierige wirtschaftliche Situation in vielen Teilen der Welt, hat der Konzern mit enttäuschenden Verkaufszahlen zu kämpfen. Zeitgleich steigen die Kosten für den Autobauer.
Ford hielt lange an einer Gewinnerwartung vor Steuern von 7 bis 8 Milliarden Dollar fest. Mittlerweile ist diese Gewinnerwartung auf 6 Milliarden Dollar zurückgebracht. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für den amerikanischen Autohersteller.

Enttäuschende Verkaufszahlen

Ford Escape verkaufenZu allererst einmal bleiben die Verkaufszahlen in Südamerika und Russland weit hinter den Erwartungen zurück. Der südamerikanische Automarkt entwickelt sich ein Stück schlechter als erwartet. Der Ford-Konzern geht davon aus, dass der Verlust hier eine Milliarde Dollar sein wird. Bislang war der Autohersteller von einem weitaus kleineren Verlust ausgegangen. Auch für das kommende Jahr geht der Konzern davon aus, dass in Südamerika Verluste hingenommen werden müssen. Allerdings sollen diese deutlich kleiner sein, aber noch stets zu groß sein. Nicht nur die schlechten Verkaufszahlen beeinflussen das Geschäft, auch die Deflation und die Wechselkursdifferenzen spielen eine große Rolle.
In Europa ist vor allem der russische Markt ein Problemfall. Ford rechnet erst in 2016 wieder mit Gewinnen in Russland. Dies liegt an dem fallenden Rubelkurs, der sinkenden Nachfrage für Neuwagen und den Auswirkungen der westlichen Sanktionen.
Im Sommer dachte Ford noch, dass Europa in der Gewinnzone liegen wird. Diese Annahme wurde gemacht, da man im zweiten Quartal 2014 das erste Mal seit drei Jahren schwarze Zahlen geschrieben hatte. Mittlerweile geht man jedoch von einem Verlust von 1,2 Milliarden Dollar für das Jahr 2014 in Europa aus. Für das kommende Jahr hofft man, dass wieder Gewinne eingefahren werden. Im Sommer 2015 kommt unter anderem der Ford Mustang erstmals offiziell nach Europa. Hiervon erhofft sich Ford viel.

Rückrufe von Ford

Nicht nur der zurückgehende Absatz spielt eine große Rolle für Ford. Der amerikanische Autohersteller gab bekannt, dass dieses Jahr ungefähr eine Million Dollar ausgegeben werden, um die Kosten von Rückrufaktionen und andere Rückschlägen auszugleichen.
Die letzte Rückrufaktion von Ford liegt noch nicht mal eine Woche zurück. Der Grund war, dass ein möglicher Kurzschluss auftreten kann. Dieser Kurzschluss kann bei einigen Ford-Modellen vorkommen und dafür sorgen, dass im Unglücksfall die Airbags nicht funktionieren. Aus diesem Grund musste der Konzern nicht weniger als 850.000 Autos zurückrufen. Unter den betroffenen Modellen sind unter anderem der C-Max, der Ford Fusion, der Ford Escape und ein Lincoln-Modell, das in Deutschland nicht zu kaufen ist und der MKZ aus den Baujahren 2013 und 2014.
Die Probleme liegen in der Kommunikation zwischen den Sensoren in der vorderen Stoßstange und den Sensoren, die dafür sorgen, dass im Falle eines Unfalls der Airbag aktiviert wird und der Gurt festgezogen wird. Laut Ford sind keine ernstzunehmenden Probleme oder Unglücke bekannt, die auf dieses Problem zurückzuführen sind.
 

Ford will Absatz erhöhen

Trotz der enttäuschenden Verkaufszahlen und der Vielzahl von Rückrufen, bleibt Ford dennoch positiv. Zeitgleich zu der Gewinnwarnung gab Ford bekannt, dass das Ziel ist bis 2020 pro Jahr 9,2 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. Das ist ein Wachstum von nicht weniger als 52 Prozent. Die Milliarde, die dem Autofabrikant dieses Jahr fehlt, um die Gewinnerwartung zu erfüllen, ist ungefähr deckungsgleich mit den Kosten die für die Rückrufaktionen gemacht werden.
Ford hat vor allem in den aufstrebenden, neuen Märkten noch Wachstumsmöglichkeiten. In Nordamerika ist der Jahresabsatz ungefähr 2,9 Millionen Fahrzeuge. In fünf Jahren sollen in der Region 3,5 Millionen Autos verkauft werden, dies ist ein Zuwachs von 21 Prozent. In den Wachstumsmärkten geht man von einem viel größeren Zuwachs aus.