Gefälschte Autoteile auf der Automechanika
2014-09-27 09:00:00

Gefälschte AutoteileDer deutsche Zoll hat auf der Frankfurter Automechanika Messe 416 gefälschte Autoteile sichergestellt. Gegen die Produktpiraten wird hart durchgegriffen. Bei Schutzrechtsverletzungen wird direkt gehandelt, die Strafe ist sofort am Stand zu zahlen. Ein ertappter Standhalter wurde sogar vorläufig festgenommen, er weigerte sich den Betrag zu begleichen.

Der deutsche Zoll geht seit 2006 gegen Produktpiraterie auf der Fachmesse vor. Nach wie vor stammen die meisten gefälschten Autoteile von Firmen aus Asien. Die Zöllner stellten vor allem Filter, Scheibenwischer und Scheinwerfer aus China, Taiwan und der Türkei sicher. Das Hauptzollamt Darmstadt meldete, dass man an 89 Ständen fündig wurde.

Achtung Fälschung!

Volkswagen verkaufenWährend der fünftägigen Automechanika in Frankfurt zeigten 4631 Unternehmen, die neusten Produkte rund um das Auto. Die Aussteller stammten aus nicht weniger als 71 Ländern. Erfahrungsgemäß sind auch immer ein paar Aussteller dazwischen, die mit gefälschten Autoteilen auf das große Geschäft hoffen. Hiergegen geht der deutsche Zoll seit einiger Zeit tatkräftig vor.

Der Zoll zog, mit Gruppen von jeweils zwölf Mann, durch die Gänge der Autozulieferer-Messe. Die Zöllner wurden teilweise von drei Staatsanwälten begleitet. Wenn die Gesetzeshüter eine Verletzung von Schutzrechten feststellen, sind direkt 500 Euro zahlbar. 1.000 Euro werden fällig, wenn ein schwerwiegender Fall vorliegt. Zum Beispiel, wenn mehrere Kopien eines gefälschten Autoteils gefunden werden oder das kopierte Produkt versteckt wird. Zahlen die Standinhaber nicht, dann werden sie direkt festgesetzt. Bei dem Auftreten der Zöllner geht es wohl mehr um die abschreckende Wirkung, als um den strafrechtlichen Vorgang. Firmen mit Sitz außerhalb des EU-Raums sind schwer zu verfolgen.

Bei einer Mehrheit der gesicherten Fälschungen handelt es sich um Öl- und Luftfilter, Scheibenwischerteile und Scheinwerfer. Die meisten gefälschten Waren stammten aus dem asiatischen Raum. China, Taiwan, die Türkei, Indien, Malaysia aber auch Brasilien waren häufige Herkunftsländer.

Insgesamt wurden 416 Fälschungen sichergestellt. Neben den gefälschten Autoteilen stellten die Zöllner auch noch 6344 digitale und analoge Kataloge sicher, in denen mutmaßliche Fälschungen abgebildet waren. Des Weiteren wurden 335 Plakate, auf denen gefälschte Autoteile zu sehen waren, gesichert. An nicht weniger als 89 Ständen fanden die Beamten Fälschungen. Im Vergleich zu 2012 stieg die Zahl der Sicherstellungen, mit rund 50 Prozent, erheblich an. Nicht zu sagen ist, ob dies an einer erhöhten Anzahl Fälschungen auf der Messe liegt oder ob die Zöllner in ihren Kontrollen effektiver geworden sind.

Gefälschte Autoteile sind gefährlich

Audi R8 verkaufenGefälschte Autoteile sind gefährlich für die Verkehrssicherheit. Nachgemachte Felgen, Lenkkomponenten oder gar Bremsanlagen können die Ursache für einen schlimmen Unfall sein. Produziert werden die Fälschungen zumeist in Asien oder Osteuropa. Die Devise ist, dass es billig sein muss. Produktions- und Sicherheitsstandards werden dabei nicht beachtet. Wichtig ist hingegen, dass die gefälschten Autoteile weitaus billiger in der Herstellung, und vor allem im Verkauf, sind.

Kurzzeitig können die Fälschungen den Ansprüchen und Belastungen stand halten, auf Dauer fallen diese aber regelmäßig aus oder gehen kaputt. Dies bleibt natürlich nicht ohne Folgen für den Autofahrer.

Besonders gefährlich sind gefälschte Bremsteile. Die Bremse ist ein sehr sicherheitsrelevantes Unterteil des Autos und hier sollte keinesfalls gespart werden. Für den Laien sind gefälschte Autoteile allerdings nur schwer von echten Teilen zu unterscheiden. Die Produktpiraten werden immer besser, die Qualität der gefälschten Autoteile allerdings nicht.