Günstiger Sprit steigert Lust am Fahren
2015-01-01 09:00:36

Auto verkaufenDank der niedrigen Preise für Sprit sparen die Deutschen nicht nur, sondern haben auch wieder richtig Lust, das Auto zu nutzen. Dies belegen jetzt aktuelle Umfrageergebnisse. 2014 sanken die Öl- und Benzinpreise erstmals wieder. Deutsche Autofahrer konnten hiervon direkt profitieren, das gesunkene Preisniveau machte sich unmittelbar bei der Pkw-Nutzung bemerkbar.

Viele Jahre lang wurde das Autofahren durch hohe Benzin- und Dieselpreise Monat für Monat teurer. Autofahrer ärgerten sich über die gestiegenen Preise und Apps sowie Webseiten, um die günstigsten Tankstellen zu finden, waren ungekannt populär. In der letzten Woche, der Weihnachtswoche, war der Sprit dann aber so günstig wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Ölpreis verfällt – Sprit wird günstiger

Pkw verkaufenDer Preis für Sprit war für die meisten Deutschen vor allem ein Grund zum Ärgern. Der Besuch an der Tankstelle ging richtig ins Geld. Viele Autofahrer ließen den Pkw dann auch stehen und stiegen auf andere Verkehrsmittel um. Gefahren wurde meistens nur noch, wenn es nicht anders möglich war. Jetzt sind die Spritpreise auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Das letzte Mal, dass wir so günstig tanken konnten, war 2010. Als Grund hierfür gilt vor allem der internationale Preisverfall beim Rohöl.

Der Ölpreis verfällt zum einen, da die USA immer autonomer von Importen werden. In den Vereinigten Staaten wird seit einigen Jahren zunehmend Öl und Gas aus Schiefergestein gewonnen. Aus diesem Grund werden Energieimporte unwichtiger. Auch die Sorge, dass die weltweite Konjunktur in eine weitere Krise abgleiten könnte, trieb den Preis nach unten. Tanken und der Preis für Sprit wäre sogar noch billiger, wenn der Eurokurs besser stehen würde. Lag der Preis für Rohöl in den letzten Jahren zwischen 110 und 115 für ein Barrel (159 Liter), so sank er zuletzt bis auf 85 Dollar.

30 % der Deutschen fahren mehr

Laut einer aktuellen Umfrage steigert der Preisverfall beim Sprit die Lust am Fahren. Nachdem die Tankstellenpreise seit Mitte des Jahres sinken, fahren wir wieder richtig gerne. An einigen freien Tankstellen in Norddeutschland bezahlten Autofahrer nur noch 1,22 Euro für Diesel und 1,34 für einen Liter Super E10. So günstig war das Tanken schon seit 2010 nicht mehr. Auch 2015 wird nicht mit einem Anstieg der Preise gerechnet, es wird vermutet, dass der Preis sogar noch weiter verfällt.

Das Nürnberger Marktforschungsinstitut Puls befragte über 1.000 Autofahrer, ob diese ihr Fahrverhalten mit wechselnden Preisen für Sprit ändern. Fast 30 Prozent geben an, dass Sie den Pkw häufiger nutzen wollen. Bei Befragten unter 30 Jahren sind dies sogar 35 Prozent. Jeder fünfte deutsche Autofahrer will mit fallenden Preisen für Sprit auch weniger auf spritsparende Fahrweisen achten. Bei Jüngeren sind dies sogar 24 Prozent, fast jeder vierte.

Hoffnung für den Kfz-Markt?

Golf verkaufenDer Kfz-Markt wächst vor allem dank der Eigenzulassung der Hersteller und Händler. Die privaten Neuzulassungen nahmen 2014 Monat für Monat ab. Dies mag zum einen an guten Angeboten für fast neuwertige Fahrzeuge liegen, der Kauf von Neuwagen lohnt sich dadurch oftmals nicht. Zum anderen zeigen die Umfrageergebnisse aber auch, dass vor allem Jüngere ihre Autonutzung an die Spritpreise anpassen. Dies kann auch zu einem angepassten Kaufverhalten führen. Die günstigen Preise für Sprit sind sicherlich eine Hoffnung für die deutschen Autohändler, besonders wenn der Trend sich fortsetzt.

In den USA hat sich der Preisverfall direkt bei den Pkw-Neuzulassungen bemerkbar gemacht. So waren nach der Wirtschaftskrise auch in den Vereinigten Staaten auf einmal kleine Autos  gefragt. Traditionell sind die USA ein Markt für große Spritschlucker, diese Vorliebe kommt nun wieder zum Vorschein. Seit einigen Monaten verkaufen sich Fahrzeuge mit hohem Spritverbrauch dort blendend. In den USA ist Sprit mittlerweile sogar günstiger als Milch.

Schlechte Aussichten für Elektroautos

Die günstigen Spritpreise mögen die deutschen Autofahrer und Autohersteller erfreuen, für die Umwelt sind sie aber gar nicht gut. 17 Prozent der befragten Pkw-Nutzer gaben an, dass sie denken, dass der Kraftstoffpreisverfall das Interesse an Elektro- und Hybridautos weiter dämpfen wird. 2014 machten die umweltfreundlichen Autos nicht einmal ein Prozent der neuzugelassenen Fahrzeuge aus.