Infiniti streitet um Eau Rouge
2014-11-02 09:00:20

Infiniti verkaufenInfiniti, die Premiummarke von Nissan, streitet sich mit der belgischen Rennstrecke Spa-Francorchamps. Warum? Infiniti hat eines seiner zwei Topmodelle den Namen Eau Rouge gegeben. Das ist gleichzeitig auch der Name der berühmtesten Kurve der Formel 1, gelegen auf der belgischen Rennstrecke in den Ardennen.

Im März dieses Jahres begann der Autohersteller Tests, um zu prüfen, ob die Serienfertigung des neuen 560 PS starken Performance-Auto starten kann. Das neue Modell basiert auf dem Q50 und ist eine starke Kombination aus dem Luxus-Sedan und Rennsporttechnik. Der Motor des neuen Infiniti ist der 3.8-Liter-Biturbo-V6 aus dem Nissan GT-R und bringt es in vier Sekunden von 0 auf 100 Kilometer. Auf dem Genfer Autosalon wurde die Studie bereits zum zweiten Mal präsentiert, erstmals unter dem Namen Q50 Eau Rouge. Davor stand die Konzeptstudie schon in Detroit.

Entwicklungsphase Infiniti Q50 Eau Rouge

Rennstrecke-Spa-FrancorchampsSolange wie der Infiniti Q50 Eau Rouge sich in der Entwicklungsphase befindet, scheinen die Betreiber der Rennstrecke Spa-Francorchamps, kein Problem in der Namensgebung zu sehen. Eau Rouge ist der Name der wohl bekanntesten Kurve der Rennsportwelt. Die berühmte Bergauf-Kurve gilt als einer der Höhepunkte im Formel-1-Kalender. Nun wird allerdings deutlich, dass der japanische Luxushersteller die Serienproduktion der Studie starten will und auch an der Namensgebung festhalten will. Die Rennstreckenbetreiber sind darüber, milde gesagt, nicht erfreut.

Dabei ist der neue Infiniti ein Fahrzeug, das Formel-1-Renntechnik eingebaut bekommt. Und verschafft der belgischen Ardennen-Rennstrecke gratis Werbung. Alles was bislang vom neuen Infiniti bekannt ist, ist dass es eine explosive Mischung zwischen Luxusauto und Rennauto wird. Es soll Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 290 km/h erreichen und von 0 auf 100 km in unter vier Sekunden kommen. Der neue Infiniti wird in Zusammenarbeit mit dem Forml-1 Team von Weltmeister Sebastian Vettel ausgefeilt. Trotz der rasanten Rennsporttechnik sollen Komfort und Luxus nicht zu kurz kommen. Die neue Limousine liegt breiter und tiefer als die Q50-Serie. Mithilfe von GFK-Elementen aus dem Rennsport wird das Gewicht des Autos verringert. Und der Anpressdruck erhöht. Die Namenswahl Eau Rouge, nach der bekannten Kurven-Kombi, kommt also nicht von ungefähr.

Der Streit um die Namensgebung des neuen Infiniti wird allerdings nur in Amerika geführt. In Europa hat die legendäre Rennstrecke die Rechte des Namens „Eau Rouge“ in ihren Händen. Im April, als der neue Q50 Eau Rouge der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, sicherten sich die Besitzer schnell die Namensrechte in Europa. Ein Zeichen, dass die Rennstreckenbetreiber diesem Thema bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatten.

Diebstahl

Der Direktor der Rennstrecke Spa-Francorchamps äußerte sich nun hierzu, dass er das Gefühl hat, dass Infiniti „die Marke von der Strecke stehlen“ will. Sollten die Japaner den Markennamen Eau Rouge definitiv nutzen wollen, dann wird darüber nachgedacht, rechtliche Schritte einzuleiten.

Nissan probierte bereits, den Namen in Japan für das neue Modell zu sichern. Jetzt hat der Konzern auch eine entsprechende Anfrage bei den US-Behörden eingereicht. Die Anfrage wird am 4. November öffentlich publiziert, in einem Zeitraum von drei Wochen nach Publikationsdatum ist es möglich, gegen diese Anfrage Einspruch einzulegen. Es ist höchstwahrscheinlich, dass der Rennstreckenbesitzer diesen Schritt gehen werden. Undeutlich ist, warum der Besitzer auf einmal so viele Probleme mit der Namensgebung hat.

 

Nissan und Dongfeng Motor

Infiniti-SUV verkaufenDie zwei neuen Topmodelle von Infiniti sind nicht der einzige Schritt, den der Mutterkonzern Nissan unternimmt, um die Verkaufszahlen anzukurbeln. Gemeinsam mit Dongfeng Motors wird Nissan Infinitis für den chinesischen Markt produzieren. In den ersten acht Monaten dieses Jahres verkaufte Infiniti 18.279 Autos in China. Das sind doppelt so viele Fahrzeuge wie noch im Vorjahr. Das neue Unternehmen, Dongfeng Infiniti Motor, will die Verkaufszahlen stark ansteigen lassen. In 2018 sollen ungefähr 100.000 Autos verkauft werden. Der Großteil dieser Fahrzeuge soll lokal produziert werden.

Die Bekanntmachung der Zusammenarbeit zwischen den zwei Großunternehmen folgte kurz nach der Veröffentlichung der schwachen Verkaufszahlen des chinesischen Automarktes. Im letzten Monat stiegen die Neuzulassungen im weltgrößten Automarkt so langsam wie letztmalig im März. Die Vorhersage, dass der chinesische Automarkt in 2014 mit 11,2 Prozent wachsen wird, ist bereits mit nur noch 7,9 Prozent Wachstum nach unten korrigiert. Nissan macht sich vorerst noch keine Sorgen über das abgeschwächte Wachstum und bleibt auf lange Sicht optimistisch, was den chinesischen Markt angeht. Die Nachfrage wird hier in den nächsten Jahren steigen und Autohersteller sollten sich darauf vorbereiten, so die Japaner.

Mit dem neuen Infiniti Q50 Eau Rouge hat der japanische Luxushersteller nun ein Auto im Angebot, das gegen den BMW M5 und den Mercedes E63 AMG antreten kann.