Interessante Verkehrsregeln und teure Verstöße
2016-01-21 12:30:59

verkehrsregeln deutschland autoDie Straßenverkehrsordnung (StVO) lernen wir größtenteils schon in der Fahrschule kennen. Dennoch ändern sich jedes Jahr wieder einige Bestimmungen, oder es kommen neue dazu. Es kann nicht schaden, sich ab und zu über aktuelle Änderungen und Entwicklungen der StVO und des Bußgeldkatalogs zu informieren. Wir haben ein paar Verkehrsregeln im Zusammenhang mit dem Flensburger Punktesystem für Sie zusammengestellt.

Das neue Punktesystem

Laut Kraftfahrtbundesamt gab es eine Reduzierung der Anzahl der Punktekategorien. Anstelle des bisherigen Punktesystems mit einer Bewertung der Zuwiderhandlungen von 1-7 Punkten tritt das so genannte Fahreignungs-Bewertungssystem. Die Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten werden nun je nach Auswirkung auf die Verkehrssicherheit in folgende Kategorien eingeteilt (nach § 4 Abs. 2 Straßenverkehrsgesetzt (StVG)):
3 Punkte: Straftaten mit Bezug auf die Verkehrssicherheit oder gleichgestellte Straftaten, wenn die Fahrerlaubnis entzogen wurde oder wenn eine Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis ausgesprochen wurde.
2 Punkte: Straftaten mit Bezug auf die Verkehrssicherheit oder gleichgestellte Straftaten ohne Entziehung der Fahrerlaubnis bzw. ohne Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis besonders verkehrssicherheitsbeeinträchtigende oder gleichgestellte Ordnungswidrigkeiten.
1 Punkt: verkehrssicherheitsbeeinträchtigende oder gleichgestellte Ordnungswidrigkeiten.
Bei Erreichen von 4 bis 8 Punkten in Flensburg wird die Teilnahme an einem Fahreignungsseminar empfohlen. Bei 8 Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen.

Rasen lohnt sich nicht

rasen loht sich nichtManchmal hat man es eilig. Man hat einen Termin, muss seine Kinder abholen oder befürchtet, zu spät zur Arbeit zu kommen. Das verleitet viele Autofahrer dazu, ein regelrecht egoistisches Fahrverhalten an den Tag zu legen- immer in der Annahme, dass durch das Rasen doch noch ein pünktliches Eintreffen möglich ist. Das ist jedoch eher selten der Fall. Denn schon an der nächsten Kreuzung, am nächsten Stauende oder hinter dem nächsten LKW sehen wir sie wieder, die Raser. Es bringt nichts. Fahren Sie lieber vorsichtig und kommen sie heile an. Gefährden Sie nicht unnötig sich und andere Verkehrsteilnehmer. Und sparen Sie sich das Bußgeld, denn wer mit 21-25 km/h über der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit erwischt wird, zahlt mit 1 Punkt sowie 70-80 Euro (je nachdem ob innerhalb o. außerhalb geschlossener Ortschaften). Wer richtig aufs Gas drückt, muss ab 41 km/h mit 2 Punkten und saftigen Geldstrafen rechnen. Bei mehr als 70 km/h über dem Tempolimit wird innerhalb 680 Euro und außerhalb geschlossener Ortschaften 600 Euro fällig. Für Rechtsüberholer außerhalb geschl. Ortschaften wird aktuell 1 Punkt vergeben und 100 Euro Strafe kassiert.

Wer anderen an der Stoßstange klebt…

Die Drängler werden mehr, nicht auf deutschen Straßen. Allen Unfällen und Verboten zum Trotz kleben sie einem förmlich an der Stoßstange. Man hält sich an die Geschwindigkeit oder überschreitet diese schon um 5-10 km/h, aber ihnen geht es nicht schnell genug: Lichthupe, rechts überholen, abdrängen – alles schon da gewesen. Das kommt Ihnen auch bekannt vor, weil Sie zum Beispiel als Berufspendler, Kraftfahrer oder Außendienstmitarbeiter viel mit dem Auto unterwegs sind? Dann wird es sie zumindest beruhigen, dass ein Drängler bei einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h, der nur einen Abstand von weniger 3/10 des Tachowertes zu dem vorausfahrenden Fahrzeug einhält, nicht nur mit einem Fahrverbot, sondern auch mit 2 Punkten und 160 Euro Strafe rechnen muss. Der Bußgeldsatz erhöht sich übrigens proportional je nach Geschwindigkeit und Abstand. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 130 km/h und weniger als 1/10 des Tachowertes kostet es den Drängler bis zu 400 Euro. Auf Autobahnen keine Seltenheit, leider.

Das Kolonnenrecht

autokolonne stvo Ein Punkt, der nach der Führerscheinprüfung schnell in Vergessenheit geraten kann: das Kolonnenrecht der Bundeswehr. Bundeswehrkolonnen treten eher selten auf. Und wenn, dann meistens in der Nähe von Kasernen oder Kasernenhochburgen. Umso besser, wenn man sich noch einmal ins Gedächtnis ruft, was man beachten sollte!
Unter § 27 StVO finden Sie die genaue Bezeichnung des Rechts, das es der Bundeswehr erlaubt, als geschlossener Verband bzw. Kolonne mit gewissen Sonderberechtigungen zu fahren. Eine Bundeswehrkolonne ist zum Beispiel als ein Verkehrsteilnehmer zu behandeln. Fährt das erste Fahrzeug einer Kolonne also über eine grüne Ampel, dürfen die folgenden Fahrzeuge die Kreuzung ebenfalls passieren – auch wenn die Ampel auf Rot umschaltet. Dieses Recht gilt auch bei der Auffahrt auf die Autobahn. Fährt eine BW-Kolonne geschlossen auf, muss der nachfolgende Verkehr entsprechend Rücksicht nehmen, bis das letzte Fahrzeug aufgefahren ist. Eine Kolonne sollte dann übrigens nur komplett überholt werden! In Ausnahmefällen, wenn zu große Abstände zwischen den einzelnen Fahrzeugen vorhanden sind, darf auch Fahrzeug für Fahrzeug überholt werden. Eine Unterbrechung der Kolonne ist allerdings untersagt.
Quelle: Kraftfahrtbundesamt www.kba.de