Lincoln, vom Sorgenkind zur Topmarke
2014-11-21 09:00:23

Lincoln verkaufenDas Ende für den Lincoln war nah, die Marke stand kurz vor dem Abgrund. Die Marke muss schon seit Jahren mit enttäuschenden Verkaufszahlen leben. Aus diesem Grund soll der ehemalige Ford-Chef Alan Mullay beschlossen haben, Lincoln ein Ende zu setzen. Der neue Ford-Chef sieht dies allerdings anders und entscheidet sich dafür, die Marke neu zu beleben. 

Lincoln wurde im Jahr 1917 gegründet und war der amerikanische Luxusautohersteller. 1922 wurde die Marke von Ford aufgekauft und ist heute noch immer im Besitz von Ford. Mehr als sieben Jahrzehnte lang verlockten die Lincoln-Modelle reiche Amerikaner zum Kauf. In den letzten Jahren änderte sich das Bild allerdings, durch das altmodische Image sanken die Verkaufszahlen stetig. Im letzten Jahr verkaufte die Marke noch nicht einmal 82.000 Autos. Das ist weniger als die Hälfte im Vergleich zu der Stückzahl von 1998, damals wurden noch 187.000 Lincoln verkauft. Die Marke gibt es noch, aber damit ist auch alles über Lincoln gesagt.

Der verstaubte Lincoln kehrt zurück

Geht es nach Alan Mullay, dem ehemaligen Chef von Ford, dann wäre Lincoln schon vor einiger Zeit aus dem Sortiment genommen worden. Mullay schaffte es, Ford durch die Autokrise zu bringen, aber für Lincoln sah er keine Hoffnung. Da keine neuen Modelle eingeführt wurden, ging das Interesse an der Luxusmarke immer weiter zurück. Der Ford-Chef wollte aus diesem Grund den Fokus auf die Hausmarke Ford legen.

Nun ist Alan Mullay seit Juli nicht mehr am Steuer des Autokonzerns, und sein Nachfolger Mark Fields hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger große Pläne für Lincoln. Der Konzern lässt viele Möglichkeiten ungenutzt, um im Premiumsegment Gewinne einzufahren, da es dem Lincoln keine eigene Plattform gibt. Das ist jedenfalls die Ansicht von Fields. Die dem Lincoln ähnlichen Ford-Modelle werden aus dem Segment gestrichen und müssen auf Dauer den neuen Lincoln-Modellen weichen.

Eigene Plattform

Die Lincoln Modelle wieder auf das alte Niveau zu bekommen, wird nicht ganz einfach sein. In den letzten Jahren hat Ford einige missglückte Investitionen getätigt. Unter anderem wurde in die „Premier Automotive Group“ investiert, hierzu gehören neben anderen Marken auch Jaguar / Land-Rover und Volvo. Mit diesem Portfolio will Ford zur Konkurrenz von BMW und Mercedes-Benz aufschließen. Fordchef Fields hat für den Neustart von Lincoln in den kommenden fünf Jahre nicht weniger als fünf Milliarden Dollar reserviert.

Diese Milliarden sind für die Entwicklung von neuen Modellen und die Neuausrichtung von Lincoln bestimmt. Die Grundlage für diese Pläne ist es, eine neue Plattform zu entwickeln, auf dieser sollen alle zukünftigen Lincolns gebaut werden. Diese neue Plattform muss sowohl Front-, Heck- und Allradangetriebene Modelle tragen können.

 

Wer erinnert sich noch an das Town Car?

Town-Car VerkaufEs wird sicherlich keine einfache Aufgabe für Ford sein, den Status den Lincoln 1998 hatte wiederherzustellen. In diesem Jahr war Lincoln noch die meistverkaufte Luxusmarke in den Vereinigten Staaten, dies war dem Lincoln Town Car zu verdanken.

Das Lincoln Town Car ist eines der bekanntesten Automobile, das in Hollywood-Filmen aber auch auf den amerikanischen Straßen zu finden ist. Diese Luxuslimousine wurde von 1981 bis 2011 von Ford produziert. Das Model, das angelehnt ist an einen Autotyp aus den 20er Jahren, war das Vorzeigemodell von Lincoln. Die zweite Generation war ein wahrer Erfolg mit einem jährlichen Absatz von mehr als 100.000 Exemplaren rund um das Jahr 1990. Das Top-Absatzjahr war dann auch 1990 mit 148.689 verkauften Lincoln.