Das Online-Fahrsicherheitstraining für rutschige Straßen
2015-11-05 15:00:19

mit dem auto richtig rutschenWas würden Sie tun, wenn Sie während der Fahrt mit Ihrem Auto plötzlich ins Rutschen oder Schleudern geraten? Die erste Reaktion der meisten unerfahrenen Autofahrer und Autofahrerinnen ist der unmittelbare Tritt auf die Bremse in Kombination mit einem hektischen Herumreißen des Lenkrades. Diese Reaktion ist, wie Sie sich vielleicht denken können, alles andere als ungefährlich. Wie Sie sich in einer solchen Situation richtig verhalten, lesen Sie in diesem informativen Ratgeber für Fahrsicherheit. Sehr hilfreich übrigens für die anstehenden Wintermonate.
 
 

Untersteuerung versus Übersteuerung

ausbrechen des autosIhr Auto kann auf zwei verschiedene Arten bei Rutschgefahr ausbrechen. Als Untersteuerung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem das Fahrzeug sich über die Vorderachse schiebt und es zugleich dazu neigt, auf das Äußere der Kurve zuzusteuern. Als Übersteuern wird der Prozess bezeichnet, bei dem der Schräglaufwinkel der Hinterräder größer ist als der Schräglaufwinkel der Vorderräder, was dazu führt, dass das Heck des Fahrzeugs ausbricht. Sollten Sie sich auf eine Kurve zubewegen, wird diese dadurch automatisch enger. Es droht die Gefahr, dass Ihr Auto auf die eine oder andere Weise aus der Kurve fliegt bzw. von der Straße abkommt. Das lässt sich jedoch auch gekonnt verhindern, wie Sie anhand der nachfolgenden Lektionen lernen können.

1. Lektion: Treten Sie nicht voll auf die Bremse

Baum am FahrbahnrandBitte treten Sie nicht voll auf die Bremse, wenn Sie ins Schleudern geraten. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was Sie in so einem Moment tun können, denn die Räder blockieren unmittelbar und Sie verlieren die Kontrolle über das Fahrzeug. Sollte sich ein Hindernis am Straßenrand befinden, laufen Sie Gefahr es zu rammen. Ein Baum weicht bekanntlich nicht aus. Bewahren Sie also Ruhe und reagieren Sie bitte nicht zu hektisch.Es bedarf sicher einiger Überwindung, nicht intuitiv auf die Bremse zu treten. Aber wer jetzt die Ruhe bewahrt, hat eine größere Chance, unbeschadet aus der Situation hervorzutreten. Auch wenn alles in Sekundenbruchteilen abläuft und maximal unübersichtlich wird, müssen Sie als Fahrer/in die Kontrolle behalten.
 

2. Lektion: Nehmen Sie vorsichtig den Fuß vom Gas

Sobald Sie anfangen mit Ihrem Auto zu rutschen, sollten Sie langsam den Fuß vom Gaspedal nehmen. Nur nicht zu hastig! Dadurch entsteht mehr Druck auf die Vorderräder und das Auto bekommt wieder mehr Grip. Extra Gas geben hilft überhaupt nicht und ist daher auch nicht zu empfehlen. Es sorgt eher dafür, dass überhaupt kein Grip erreicht wird. In Lektion 4 lesen Sie, was Sie konkret tun können, um das Auto „back on track“ zu bekommen.

3. Lektion: Treten Sie die Kupplung (wenn vorhanden)

Eine sinnvolle Reaktion in einer gefährlichen Rutsch-Situation ist das Treten der Kupplung. Die Räder des Fahrzeugs können frei rotieren und blockieren nicht. Durch ein wenig Korrektur mit dem Lenkrad sollte das Auto wieder in der Spur laufen. Jedoch wirklich nur die Kupplung treten, Lektion 1 und 2 gelten immer noch! Sollten Sie einen Automatik fahren, können Sie diese Lektion natürlich ignorieren.

4. Lektion: Ruhig lenken

Es fühlt sich sicher nicht natürlich an, aber wenn Ihr Auto untersteuert, die Vorderräder blockieren und Sie zum Beispiel nach links driften, sollten Sie auch genau in diese Richtung steuern. Auf diese Weise bekommen die Reifen schneller wieder Kontakt zur Straße. Von dem Moment an können Sie das Auto wieder in die richtige Richtung lenken. Jetzt bloß nicht zu doll am Lenkrad reißen, wenn Sie wegdriften. Denn ansonsten wird das Auto sich selbst eine Richtung suchen. Sie bekommen es nur noch schwieriger wieder unter Kontrolle. Auch bei einer Blockade der Hinterräder hilft es, sachte gegenzulenken.

5. Lektion: Behalten Sie die Straße im Auge

Auch in einer Gefahrensituation mit einem ins Schleudern geratendem Auto sollten Sie Ihren Weg stets im Auge behalten. Leichter gesagt als getan, denken Sie jetzt. Aber eigentlich ist es ganz einfach. Schauen Sie auf keinen Fall in die Richtung, in die Sie ungewollt abdriften. Sie wollen wieder auf die Straße, wieder auf Ihren Weg. Und den behalten Sie im Fokus. Sehen Sie hingegen den Baum am Fahrbahnrand an, wird das auch genau die Richtung sein, wo Ihr Fahrzeug schließlich endet.
Fahrsicherheit UntersteuerungDie hier genannten Lektionen formen eine gute Basis für das richtige Verhalten bei einer gefährlichen, unerwünschten Rutschpartie mit dem Auto auf nasser oder glatter Fahrbahn. Natürlich ist es in der Theorie einfach, sich das richtige Verhalten vorzustellen. In der Praxis hingegen sieht die Welt dann wieder ganz anders aus. Unser Tipp: absolvieren Sie ein spezielles Fahrsicherheitstraining für derartige Situationen. Sie reagieren dann automatisch viel selbstbewusster und lernen die Fliehkräfte, die auf Sie wirken können, in der Praxis kennen. Sie lernen, wie unberechenbar ein Auto reagieren und wie schnell Sie die Kontrolle darüber verlieren – aber auch wieder gewinnen können.
Klären Sie auch unbedingt mit Ihrer Kfz-Versicherung, ob Ihnen die Kosten für ein Fahrsicherheitstraining ganz oder teilweise erstattet werden. Denn das Absolvieren eines Fahrtrainings ist ganz im Sinne der Versicherung. Fahrzeughalter, die ein solches Training absolviert haben, verursachen einer Studie zufolge 25% weniger Verkehrsunfälle bzw- Schäden. Sie können sich selbst also nicht nur fit für den Straßenverkehr machen, sondern unter Umständen auch noch Geld sparen!