Pkw-Markt wächst weltweit weiter
2014-11-11 09:00:56

Pkw-MarktDer weltweite Pkw-Markt wächst weiter. Auch trotz der internationalen Krisen wird sich der Aufwärtstrend im nächsten Jahr fortsetzen. Zu dieser Überzeugung ist der der Branchenverband der Automobilindustrie gekommen. Laut dessen Geschäftsführer wird „Deutschland zu einem Stabilitätsanker in Europa“. Von den vermeintlichen Wachstumsmärkten Brasilien, Russland, Indien und China bleibt vorerst nur China als Hoffnungsträger übrig.

Vom europäischen Markt erwartet der Branchenverband noch keine langfristige Stabilität. Den weltweiten Pkw-Markt sieht Brüning, Geschäftsführer des Verbandes, aber 2015 in einem leichten Plus. Wachstumstreiber werden vor allem China und die USA sein, so die Prognose. Enttäuscht hatte in diesem Jahr der russische Pkw-Markt. Dieser wurde für viele Hersteller zu einem wahren Problemfall. Für 2014 geht der Verband von einem Plus von rund vier Prozent auf 75,9 Einheiten aus.

EU-Automarkt im Aufwärtstrend

Opel Vectra verkaufenGenauso wie der weltweite Pkw-Markt erholt sich auch der europäische Absatzmarkt von der Krise. Im September wuchs der EU-Automarkt im dreizehnten Monat in Folge. In allen Schlüsselmärkten in Europa lag der Pkw-Absatz im Plus. Frankreich, Großbritannien aber auch Spanien legten alle zu. Deutschland kennt zwar in 2014 auch ein Plus bei den Verkaufszahlen für Neuwagen, allerdings ist dieses vor allem der Eigenzulassungen zu verdanken.

Eigenzulassungen sind Neuwagen, die zunächst auf Händler und Hersteller zugelassen werden. Auf diese Art und Weise können die Autos später mit satten Preisnachlässen in den regulären Verkauf gegeben werden als Tageszulassung oder junger Dienstwagen. Mittlerweile wird fast jedes dritte Auto zuerst auf einen Händler oder Hersteller zugelassen. Auf diese Weise ermöglichen Hersteller und Händler vielmals hohe Rabatte für neuwertige Fahrzeuge.

Allerdings ist nicht der gesamte europäische Pkw-Markt im Aufwind. In Ländern wie den Niederlanden oder Norwegen nimmt die Anzahl der neuzugelassenen Pkw Monat für Monat ab. Im Gesamtbild sind diese Märkte allerdings nicht groß genug, um Einfluss auf die Gesamttrends zu haben.

Russlands negativer Einfluss auf Pkw-Markt

Russlands Pkw-Markt war einer der großen Hoffnungsträger für die Autohersteller. Diese hatten in den letzten Jahre vermehrt auf den russischen Automarkt als Wachstumsmarkt gesetzt. Der weltgrößte Flächenstaat zählt insgesamt 140 Millionen Einwohner, die Rechensumme war bei den Autobauern schnell gemacht. Wenn die Wirtschaft wächst, dann kaufen mehr Russen ein neues Auto. Dieses Jahr bliebt allerdings weit hinter den Erwartungen zurück. Es kam eine Anzahl Faktoren zusammen, die sich negativ auf die Kaufabsichten der Russen auswirkten. Zum einen lag das Wirtschaftswachstum brach und der Rubel verlor stark an Wert, zum anderen spitzte sich der Ukraine-Konflikt zu. Beides führte zu einer starken Verunsicherung der russischen Bevölkerung. Kein gute Situation, um einen neuen Pkw anzuschaffen.

BMW verkaufenAuch andere Länder, die als wirtschaftliche Wachstumsbringer zählen, wie Brasilien und Indien blieben zuletzt weit hinter den Prognosen zurück. Autohersteller, die in Fabriken in diesen Ländern investiert haben, werden die Investitionen wohl nicht so schnell zurückverdienen, wie gehofft. Einer der deutschen Autohersteller, der in Russland in den Problemen steckt, ist Volkswagen. Der deutsche Hersteller hatte es in der Vergangenheit geschafft, beachtliche Marktanteile in Russland zu gewinnen. Die Wolfsburger bezifferten den russischen Pkw-Markt vor einem Jahr noch als Wachstumsmarkt Nummer Eins. Mittlerweile hat sich die Situation allerdings gewendet. Das VW-Werk im russischen Kaluga befindet sich im Produktionsstopp. Wo eigentlich der VW Tiguan, der VW Polo, der Skoda Fabia und der Skoda Octavia in drei Schichten vom Band rollen, steht nun erstmal alles still. Volkswagen gab unlängst bekannt,

China und die USA

Lada verkaufenLaut dem Verband der Automobilindustrie werden im kommenden Jahr vor allem China und die USA zu Wachstumstreibern im weltweiten Pkw-Markt. Dank sinkender Ölpreise sind auch die Preise für Kraftstoff in den USA gesunken. Das freut die Vielfahrernation natürlich und es wird daher auch gerne wieder in den eigenen fahrbaren Untersatz investiert. In den USA verkaufen sich vor allem große Modelle gut. SUVs sind beliebt wie eh und je. Hersteller, die diese sportlichen Geländewagen im Angebot haben, können auf gute Verkaufszahlen im nordamerikanischen Hauptabsatzmarkt hoffen.

China ist und bleibt einer der größten Wachstumstreiber im weltweiten Pkw-Markt. Interessant wird der Markt nun auch für nicht-chinesische Autobauer. Viele Chinesen sind nun keine Erstkäufer mehr, sondern suchen nach einem Auto, das ihren sozialen Aufstieg anzeigt. Die weltgrößten Autohersteller haben sich darauf eingestellt und haben Kooperationen und Joint Ventures mit chinesischen Marken gestartet. Unter anderem General Motors, die einer der ersten westlichen Autohersteller waren, die mehrere Joint Ventures mit einheimischen Herstellern eingegangen sind.

Pkw-Markt in der Zukunft

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass der europäische Pkw-Markt sich nicht in dem Umfang erholen wird, dass Autohersteller nur auf diesem Markt gute Gewinne einfahren können, ohne sich um andere Wachstumsmärkte zu kümmern. Der Pkw-Markt in Europa gilt als stark gesättigt und kennt viele Entwicklungen und Trends, die dem Neuwagenkauf nicht grade entgegenkommen. In vielen europäischen Ländern sind Trends wie Carsharing zu beobachten. Gerade in größeren Städten geht der Trend immer weiter weg vom eigenen Fahrzeug.

Hierzu Klaus Bräunig, Vorsitzender des VDA, „Wir müssen stärker an der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands arbeiten“. Erst in den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob die deutsche Autoindustrie sowohl ins Ausland expandieren kann als auch den Standort Deutschland sichern kann. Dass die deutsche Autoindustrie auch in andere Märkte und auf andere Kontinente expandieren muss, um zu überleben, steht mittlerweile wohl außer Frage. Die deutschen Premium-Hersteller, Audi, BMW und Mercedes, verkaufen sich übrigens weltweit sehr gut.

Für 2014 geht der Branchenverband von einem weltweiten Wachstum des Pkw-Marktes um vier Prozent auf 75,9 Millionen verkaufte Exemplare aus. Für 2015 prognostiziert der Verband eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Die genauen Prognosen werden allerdings erst im Dezember veröffentlicht.