Was Sie über die Maut wissen müssen
2014-12-23 09:00:34

Maut 2016Bis zur letzten Minute war nicht deutlich, ob sie überhaupt kommt: die Maut. Unter Koalition und Opposition sehr umstritten und auch in der Bevölkerung ein Diskussionsthema. Nun ist das Gesetz zur Maut auf den Weg gebracht. Was Sie dazu wissen müssen – wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Es ist wohl das umstrittenste Projekt der heutigen Regierung. Seit letzter Woche wissen wir, dass sie wirklich kommt. Die Maut wird für Pkw-Fahrer ab 2016 eingeführt. Ab dann zahlen wir für die Nutzung von Autobahnen und Bundesstraßen. Die Bundesregierung hofft auf Mehreinnahmen von rund 500 Millionen Euro und will diese ins Straßennetz investieren. Die Maut soll sowohl für Deutsche als auch für Ausländer gelten. Bei der EU-Kommission stand sie lange unter dem Verdacht, diskriminierend für Ausländer zu sein.

Wer muss zahlen?

Gebrauchtwagen verkaufenDeutschland hat ein Autobahnnetz von 13.000 Kilometern und nicht weniger als 39.000 Kilometer Bundesstraßen. Deren Instandhaltung kostet jährlich Millionen, die Bundesregierung will nun, dass Autofahrer diese mitfinanzieren. Im Vorfeld zur Maut gab es viele Diskussionen, da es bereits einige Steuern in Deutschland gibt wie etwa die Kraftstoffsteuer und die Kfz-Steuer. Ab 2016 wird ein Maut-System für Deutsche und auch Ausländer eingeführt.

Deutsche Autofahrer müssen für die Nutzung von Autobahnen und Bundesstraßen zahlen, Ausländer nur für die Nutzung von Autobahnen. In der Mautdebatte gab es vor allem Kritik von Vertretern der Grenzregionen, die Sorge war, dass der Grenzverkehr zum Stillstand kommt. Mit diesem Kompromiss soll der Berufs- und Einkaufsverkehr über die Grenze unbeeinträchtigt bleiben. Nicht bezahlen werden Motorräder, Elektroautos, Wagen von Behinderten sowie Krankenwagen.

Muss jeder zahlen?

Vielleicht nutzen Sie gar keine Autobahnen und Bundesstraßen und sind nur innerstädtisch unterwegs. Dann werden Sie sich wahrscheinlich fragen, ob Sie die Infrastrukturabgabe überhaupt bezahlen müssen. Im neuen Gesetz müssen zunächst alle Autobesitzer in Deutschland die Abgabe verrichten. Wer beweisen kann, dass er nicht auf Autobahnen oder Bundesstraßen gefahren ist, der kann sein Geld zurückfordern. Allerdings muss hierfür ein Fahrtbuch geführt werden und auch vorgezeigt werden.

Wie viel muss ich zahlen?

Der Höchstbetrag für die Maut liegt bei 130 Euro pro Jahr. Der genaue Tarif für Deutsche errechnet sich nach Größe und Umweltfreundlichkeit des Pkw. Die Bundesregierung will so umweltschonende Fahrzeuge belohnen. Die Maut wird direkt vom Konto abgebucht. Ausländer können eine 10-Tages-Maut zum Preis von 10 Euro und eine 2-Monats-Maut zu 22 Euro kaufen.

Wie wird die Maut berechnet?

Sie fragen sich wahrscheinlich, muss ich wirklich 130 Euro pro Jahr extra bezahlen? Das hängt von Ihrem Auto ab. Die Sätze der Maut hängen von den Kubikzentimetern Ihres Fahrzeugs ab und errechnen sich pro angefangenen 100 cm3. Pkw der Schadstoffklasse Euro 3 oder niedriger zahlen 6,50 Euro pro 100 cm3, das gilt für Ottomotoren. Dieselmotoren dieser Klasse zahlen 9,50 Euro. Fahrzeuge der Schadstoffklassen 4 und 5 müssen bei Benzinern mit zwei Euro und bei Dieseln mit fünf Euro rechnen. Schadstoffklasse 6 ist dementsprechend am günstigsten, hier fallen 1,80 Euro für Ottomotoren und 4,80 Euro für Dieselmotoren an.

Zahle ich jetzt extra?

Pkw verkaufenIn der Mautdebatte war oft zu hören, dass deutsche Autofahrer doch schon die Kfz-Steuer zahlen, warum also noch eine extra Belastung? Die Bundesregierung will die Kfz-Steuer verringern. Hierdurch sollen Inländer entlastet werden. Ausländer hatten im alten Modell keine Abgaben, nun wird die Maut auch für sie fällig. Die Bundesregierung verspricht, dass deutsche Autofahrer auf den Cent genau entlastet werden. Für Pkw der Schadstoffklasse 6 kann es sogar sein, dass weniger fällig wird als unter der alten Kfz-Steuer. Riesige Unterschiede werden sich allerdings nicht ergeben.

Fahren Sie einen VW Polo 1.2 TSI, VW Golf 5 oder BMW 730d? Dann zahlen Sie ab 2016 weder mehr noch weniger. Wer beispielsweise einen Fiat 500 1.2 8V Sport fährt, der kann sich freuen. Unter dem vorgestellten Modell sind ganze 2,60 Euro weniger fällig.

Welche Kontrollen wird es geben?

Aus Urlauben kennen vielleicht einige die Vignetten, die an die Windschutzscheibe geklebt werden. Das werden wir in Deutschland allerdings nicht erleben. Vignetten bleiben schöne Urlaubserinnerungen. In Deutschland soll über das Nummernschild kontrolliert werden. Aus Datenschutzgründen wird das Kennzeichen nur erfasst, kontrolliert und sofort wieder gelöscht.

Welche Strafen wird es geben?

Was passiert, wenn Sie die Maut nicht zahlen? Werden Sie erwischt, dann müssen Sie mit einer Geldbuße rechnen. Geplant sind 150 Euro sowie maximal 260 Euro im Wiederholungsfall. Auch ausländische Autofahrer werden diese Strafen bei Nicht-Beachtung aufgelegt.