Premium Pickup von Mercedes ergänzt Angebot
2015-03-31 09:00:52

Pickup verkaufenAm Freitag gab Mercedes bekannt, dass noch bis 2020 ein Pickup geplant ist. Damit ist der Einstieg in das wachsende Segment der Allrounder vorgesehen. Der erste Pickup Truck des Premium-Herstellers soll helfen, die globalen Wachstumsziele zu erreichen.

In spätestens fünf Jahren soll der Mercedes-Pickup auf den Markt kommen – angesprochen werden sollen sowohl Gewerbekunden als auch Freizeitsportler. Viel ist noch nicht bekannt, was feststeht: der neue Allrounder ist für die Kunden in Europa, Australien, Südafrika und Lateinamerika vorgesehen. Die wichtigsten Märkte für das Segment werden somit nicht fokussiert. Was wir bereits über den neuen Mercedes wissen und welche Strategie die Stuttgarter verfolgen?

Pickup Trucks im Trend

Auto verkaufenDie Markenstrategen von Mercedes gehen davon aus, dass es sich mit dem Pickup Segment ähnlich verhalten wird wie mit den SUVs. Hier hatten Käufer zunehmend den Wunsch, mit höherwertiger Ausstattung den Fahrgenuss zu erhöhen. Daimler will auf diesen Trend einspielen und bietet als wohl erster Autohersteller im Premium-Segment einen Pickup an – davon ausgehend, dass die Fahrzeuge mit der offenen Ladefläche zunehmend von Privatkunden gekauft werden und auch gewerbliche Kunden mehr Luxus wünschen.

Globale Wachstumsziele

Mercedes-Benz hat sich ambitiöse globale Wachstumsziele gesetzt, um diese zu erreichen, muss auch die Nutzfahrzeugsparte kräftig mithelfen. Die Ankündigung eines Ein-Tonnen-Fahrzeugs passt in diese Strategie. Passend zum Premium-Hersteller wird es sich um einen Pickup mit viel Komfort handeln. Mit hochwertigen Ausstattungslinien will man sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Daimler-Chef Zetsche sagt zur geplanten Markteinführung: „Wir werden auch in diesem Segment mit einem unverwechselbaren Markengesicht und allen markentypischen Fahrzeugattributen in punkto Sicherheit, Komfort, Antriebsstrang und Wertigkeit antreten.“

Wichtige Märkte außer Acht lassen

Ford verkaufenÜber den genauen Starttermin oder Investitionssummen schweigen die Schwaben noch. „In großer Zahl“ sollen die neuen Wagen allerdings gefertigt werden. Und innerhalb der nächsten fünf Jahre in verschiedenen Regionen auf den Markt gebracht werden.

Allerdings werden zwei der derzeit wichtigsten Märkte außer Acht gelassen. Der Pickup soll in Lateinamerika, Australien, Südafrika und Europa die Kunden begeistern. Die USA und auch Asien werden erst einmal nicht berücksichtigt. Auf dem US-amerikanischen Markt beherrschen die Full-Size-Pickups von Ford, General Motors und Chrysler den Markt. Der Ford F-150 und der GM Silverado nehmen nicht für nichts die ersten Plätze bei den meistverkauften Modellen ein. Mercedes sieht daher keinen Sinn darin, in diesen spezifischen Markt einzusteigen.

Ähnlich verhält es sich im asiatischen Markt. Experten sind sich sicher, dass Mercedes gut darüber nachgedacht hat, Asien auszuklammern. Hier haben der Toyota Hillux und Isuzu D-Max eine deutliche Vorherrschaft – und auch Schutzzölle machen die Märkte unattraktiv.  So werden die Pkw-Produzenten beispielsweise in Thailand zu eigenen Fertigungsstätten vor Ort gezwungen.

Ganz verschiedene Pickup-Anforderungen

Automobil-Experten sind allerdings noch vorsichtig, was die Erfolgschancen vom neuen Allrounder aus Deutschland angeht. So ist ein Kritikpunkt, dass Märkte wie Westeuropa und Südamerika nicht unterschiedlicher sein könnten. Haben potenzielle Käufer in Westeuropa sicherlich ein Komfortbedürfnis, so sind Pickups in Südamerika reine Arbeitstiere. Hier sind robuste Basis-Trucks gefragt – ohne Schnickschnack. Auch Volkswagen bietet seinen Amarok in verschiedenen Versionen für die unterschiedlichen Ansprüche an.

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Was macht die Konkurrenz?

Die größten Mitbewerber derzeit sind wohl der VW Amarok, der Ford Ranger, der Toyota Hillux, der Mitsubishi L200 und der Nissan Navara. Die hochklassigen Premium-Hersteller sind bislang noch nicht in dem Segment vertreten. Hier könnte Mercedes also einen Wettbewerbsvorteil erreichen – wenn sich die Interesse für die Modelle so entwickelt wie erhofft.

Zumindest zeitlich wäre eine Markteinführung 2020 sehr clever gewählt. Die drei japanischen Hersteller und der Ford Ranger werden alle in diesem Jahr eine neue Version erhalten. Diese werden natürlich noch weit über 2020 hinauslaufen – der Mercedes Pickup würde dann im Gegensatz zu den Marktführern ein frisches Erscheinungsbild haben.