Reine E-Autos nicht interessant
2014-10-18 09:00:25

E-Autos verkaufenReine E-Autos sind für die europäischen Konsumenten nicht interessant. Eine aktuelle Studie zeigt, dass 99 Prozent der Autokäufer in Deutschland, Frankreich und Großbritannien kein Interesse an E-Fahrzeugen haben. Jeder fünfte potenzielle Autokäufer kann sich immerhin vorstellen, ein Hybridauto zu kaufen.
Die konventionellen Antriebe, Benzin- oder Dieselmotor, sind noch stets das absolute Muss für die Mehrheit der potenziellen Autoankäufer. In Deutschland kennen E-Autos keine Kaufprämien oder andere finanzielle Anreize. Die Bundesregierung plant jedoch neue Anreize in Form von Sonderrechten für die Elektroautos. Ob diese wirken werden, muss die Zukunft erst zeigen. Die Autohersteller stehen jedenfalls nicht still und probieren fleißig an den E-Autos in verschiedenen Projekten herum.

E-Autos noch nicht auf dem Vormarsch

Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel erklärt, dass bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen fahren. Der Hintergrund für das ambitionierte Ziel ist, dass die Europäische Union vorgeben hat, dass der Treibhauseffekt vermindert werden soll und die CO2-Emissionen gesenkt werden sollen. Mithilfe von den emissionsarmen oder sogar emissionslosen Elektrofahrzeugen soll diese Zielstellung erreicht werden.

E-Autos machen momentan allerdings noch einen vergleichbar kleinen Anteil auf dem deutschen Fahrzeugmarkt aus. Anfang 2014 gab es in Deutschland 43,9 Millionen zugelassene Pkw. Nur geringe 0,2 Prozent, das sind weniger als 100.000 Fahrzeuge, betrug der Anteil der Elektro- und Hybridautos.

Geringe Kaufbereitschaft

Eine aktuelle Studie hat nun die Kaufbereitschaft für Elektro- und Hybridautos untersucht. Befragt wurden 1.500 Menschen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die sich in den kommenden zwölf Monaten privat einen Neuwagen zulegen möchten. Das Interesse an reinen E-Autos ist verschwindend gering. Nicht einmal 1 Prozent der zukünftigen Autokäufer können sich vorstellen, einen Pkw mit elektrischem Antrieb zu fahren. Die E-Autos sind vergleichsweise noch sehr teuer und müssen nach einer bestimmten Anzahl gefahrener Kilometer auch wieder aufgeladen werden. Momentan liegt die Reichweite eines E-Autos bei 150 Kilometern. Daher eignen sich die elektrischen Fahrzeuge vor allem für den Stadtverkehr. Das Netz für Auflade-Säulen ist noch nicht überall in Deutschland gleichgut ausgebaut.

Alternative Antriebe auf dem Neuwagenmarkt

Im September 2014 sind 52,9 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen Benziner und 45,5 Prozent aller Neuzulassungen Diesel. Nicht einmal ein Prozent aller neuen Autos waren mit einem alternativen Antrieb ausgestattet. Unter alternative Antriebe fallen unter anderem Elektroautos, aber auch Hybridautos. Im September wurden nur 747 Elektro-Pkw neu zugelassen. Dies ist allerdings ein Plus von 40,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Hybridautos besser akzeptiert

Etwas besser schneiden Hybridautos ab. Jeder fünfte Befragte kann sich vorstellen, ein Hybridauto zu kaufen. Die Kombination aus konventionellem und Elektroantrieb kann immerhin auf den konventionellen Antrieb ausweichen, wenn die Elektrobatterie leer ist. Das bedeutet für den Fahrer weniger Vorausplanung und mehr Flexibilität. Jedoch sind Hybridautos vor allem für Unternehmen interessant, die eine besonders umweltbewusste Ausstrahlung erreichen wollen. Daher ist bereits ein Fortschritt, dass sich nun 21 Prozent der potenziellen Autokäufer in Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorstellen können, ein Hybridauto zu kaufen.

Sonderstatus und Subventionen

Die deutsche Politik will die E-Autos und Hybriden nicht mit finanziellen Anreizen unterstützen. In anderen Ländern werden diese finanziellen Zuschüsse ausprobiert. In Deutschland wird man den Fahrzeugen mit den Alternativenantrieben erst einmal Sonderrechte einräumen. Erst im September wurde das Elektromobilitätsgesetz im Bundestag verabschiedet. Dieses räumt Kommunen Entscheidungsfreiheit ein. Diese können selbst entscheiden, welche Sonderrechten sie Elektroautos zugestehen werden. Es soll möglich werden, dass E-Autos kostenlose Parkplätze zur Verfügung gestellt bekommen und sogar auf Busspuren fahren dürfen.

Norwegen gilt als Vorzeigeland hinsichtlich der Nutzung von Elektroautos. Hier funktioniert ein Mix aus finanziellen und nicht-finanziellen Anreizen sehr gut. In den Niederlanden wurden zunächst verschiedene steuerliche Vorteile für Elektroautos eingeführt, allerdings wurden diese letztes Jahr wieder zurückgenommen. Dort gingen die Neuzulassungen von E-Autos direkt wieder zurück.

E-Experimente

Die Hersteller sehen E-Autos als Technologie der Zukunft. Daher stehen sie auch nicht still, was die Entwicklung und das Testen der neuen Antriebe angeht. Ein Vorreiter im Bereich alternative Antriebe ist Toyota. Der japanische Autobauer brachte bereits 1997 den Prius heraus. Momentan läuft ein Carsharing-Projekt im französischen Grenoble. Hier wird das zukunftsweisende Elektrofahrzeug i-Road getestet. Die Japaner haben nicht nur den i-Road entwickelt, sondern sind auch in anderen Forschungsprojekten involviert. Auf der Tokyo Motor Show im letzten Herbst stellte man bereits die Konzeptstudie FV2 vor. Ein Auto, das sich physisch und emotional, mit dem Fahrer verbindet. Im FV2 Concept soll der Fahrer stehen und mit Körperbewegungen lenken. Auf der Tokyo Motor Show wurde auch ein Brennstoffzellenfahrzeug vorgestellt. Bereits 2015 soll das wasserstoffbetriebene Auto in Serie gehen. Damit hat Toyota beim Rennen um ein Serienauto mit Brennstoffzellen-Antrieb wohl die Nase vorn.

Auch der deutsche Autobauer Volkswagen ist intensiv mit der Verbreitung seines E-Golf beschäftigt. Volkswagen bereichert den Fuhrpark der deutschen Polizei bald mit einem e-Golf. Auf der Fachmesse für Polizeiausrüstung wurde der neue VW e-Golf in Leipzig vorgestellt. Der Verbrauchswert liegt bei 12,7 kWh/100km. Angetrieben wird der e-Golf von einem 85 kW/115 PS starken Elektromotor, dieser entwickelt aus dem Stand heraus ein maximales Drehmoment von maximal 270 Nm. Der elektrische Volkswagen erreicht also in 4,2 Sekunden 60 km/h, sowie in 10,4 Sekunden 100 km/h. Die Reichweite des e-Volkswagen Golf liegt zwischen 130 und 190 Kilometern. Perfekt für die Verbrecherjagd in der Innenstadt.