Roadster verlieren an Relevanz
2014-11-16 09:00:14

Roadster verkaufenRoadster waren einst die Vorzeigemodelle der Premium-Hersteller und die Lieblinge betuchter Autokäufer. Nun verlieren die Sportwagen an Relevanz für die Autohersteller. BMW-Vertriebschef Robertson ist skeptisch, dass die Roadster ihre Rolle aus den Zeiten vor der Krise im Jahr 2008 jemals wieder erreichen werden. In Europa und Nordamerika spielen die Autos eine immer kleiner werdende Rolle, das hat auch Folgen für die sportlichen Zweisitzer.

2010 brachen die Verkäufe der drei wichtigsten Roadster-Modelle, Audi TT, Mercedes SLK und BMW 4, um 45 Prozent ein. Richtig erholt hat sich das Segment seitdem nicht wieder. Im wichtigen Absatzmarkt China spielen Roadster so gut wie keine Rolle. Und doch ist nicht zu erwarten, dass die Premiummarken ihre Roadster-Pläne über Bord werfen.

Bedeutungsverlust

BMW Z4 verkaufenRoadster sind für die Premium-Hersteller wichtig, da diese das Markenimage erheblich mitbestimmen. Am Beispiel BMW lässt sich leicht ausmachen, dass die Sportwagenmodelle der Z-Reihe die Lieblinge der Autotester sind und somit für viel Aufmerksamkeit sorgen. So spielen die sportlichen Flitzer zwar immer noch eine große Rolle für den Markenauftritt, so zeigen die Absatzzahlen eine ganz andere Richtung an. Nun äußerte sich erstmals ein Vertreter von BMW skeptisch, ob die Roadster jemals wieder die Absatzzahlen erreichen, die diese vor der Wirtschaftskrise kannten.

Im Jahr 2007 wurden 114.000 Exemplare der drei wichtigsten Roadstermodelle der deutschen Premium-Hersteller verkauft. Dies sind die Sportwagen Audi TT, Mercedes SLK und BMW Z4. Bis 2010 brachen die Verkäufe um 45 Prozent ein. Ein direkter Einfluss der Wirtschaftskrise. Sportwagen sind seit eh und je Luxusobjekt und nicht nur Auto. Im September erholten sich die Neuzulassungen der Sportwagen leicht, aber Experten bezweifeln, dass die Absatzzahlen sich jemals wieder erholen. Die Konkurrenz ist zu groß geworden.

Porsche 911

Konkurrenz für die Roadster

Zum einen sinkt die Bedeutung des Autos in Europa und Nordamerika und somit spielen die sportlichen Zweisitzer auch hier eine weniger wichtige Rolle. Zum anderen wurden Sportwagen zwar schon lange als umweltverschmutzende Spritschleudern angesehen, aber mit der Diskussion um Verbrauch und Emissionen ändert sich auch das Bewusstsein der gesamten Gesellschaft. Und als dritter Grund kommt noch hinzu, dass es mittlerweile ein viel breiteres Spektrum an den sogenannten Lifestyle-Fahrzeugen gibt. Diese stehen alle in Konkurrenz zu Roadstern bei der potenziellen Käuferschicht. Die wachsende Beliebtheit der SUV-Modelle lässt den Absatz der Sportwagen stagnieren. Das beste Beispiel hierfür ist Porsche, der 911er Sportwagen ist längst zu einem Nischenmodell geschrumpft.

Wachstumsmärkte schwierig für Sportwagen

In Wachstumsmärkten spielen die Roadster so gut wie keine Rolle. In China, das ausgerufen wurde zu einem der Märkte, die 2015 ein Absatzwachstum kennen sollen, sind Sportwagen nicht gefragt. Dies liegt vor allem an den Wetterumständen in diesen Wachstumsmärkten. Roadster-Fahrer lieben hierzulande das Fahren im Cabrio, aber in vielen Regionen ist daran nicht zu denken. Gerade in Wachstumsmärkten, die ein warmes und feuchtes Klima kennen, wollen Autofahrer gut gekühlt mit Klimaanlage fahren. In China hat die hohe Luftverschmutzung auch großen Einfluss, fahren ohne Dach wird dort niemand freiwillig.

Premiumhersteller nehmen noch keinen Abschied

Obwohl der BMW-Vertriebschef sich nun kritisch gegenüber dem zu erwartenden Absatz der Roadster äußerte, ist nicht zu erwarten, dass die Premiumhersteller nun alle Pläne für das Sportwagen-Segment stoppen. Die sportlichen Modelle haben eine viel zu große Bedeutung für das Markenimage von BMW, Mercedes, Audi und Co.

So ist es nicht verwunderlich, dass Toyota, der weltgrößte Hersteller, die Zusammenarbeit mit BMW suchen. Gemeinsam soll ein Roadster entwickelt werden. Toyota leidet deutlich darunter, dass die Modelle der Japaner als langweilig empfunden werden. Mit einem Sportwagen will man das Image aufpolieren. Für BMW auch ein cleverer Schachzug, dank der Teilung der Entwicklungskosten können die Münchner den geringeren Absatz kompensieren.