Saab fürchtet um Sanierung
2014-12-02 09:00:58

Saab verkaufenFür Saab sieht es nicht gut aus. Ende letzter Woche fragten die chinesischen Eigner um eine Verlängerung. Eigentlich lief am Freitag die Frist ab, um neue Investoren zu präsentieren. Es geht um nicht weniger als die Sanierung des Unternehmens. Finden sich keine neuen Investoren, dann übernimmt das Gericht die Entscheidung über das Ende der Sanierung. Laut Berichten handelt es sich bei den potenziellen Investoren um den indischen Fahrzeugbauer Mahindra und das chinesische Unternehmen Dongfeng.

Schafft Saab es nicht, neue Investoren zu präsentieren, dann ist es aus mit der Marke. Ganz anders bei der anderen schwedischen Traditionsmarke Volvo, hier wir das Ende der eigenen Krise gefeiert; unter anderem mit einer neuen Deutschland-Zentrale.

Saab und Volvo

Saabg ebraucht verkaufenSaab und Volvo zeigten in den letzten Jahren viele Gemeinsamkeiten. Beide schwedischen Autohersteller stehen für solide Autos mit Stil. Beide Hersteller wurden am Ende des letzten Jahrtausends an amerikanische Autobauer verkauft, in den Folgejahren heruntergewirtschaftet und zehn Jahre nach der Übernahme an chinesische Investoren verkauft. Wo Saab nun aber am Ende der Existenz steht, läuft es für Volvo hervorragend.

Bis zum Jahresende will Volvo 470.000 Autos weltweit verkaufen. Wird diese Stückzahl erreicht, dann haben die Schweden zehn Prozent als im Vorjahr und so viele Autos wie noch nie zuvor verkauft. 2020 will der schwedische Hersteller 800.000 auf Jahrbasis absetzen. Der letzte Rekordabsatz wurde im Jahr 2007 erreicht, damals wurden 458.000 Exemplare weltweit erstmals zugelassen. Nicht nur ein Rekordabsatz soll 2014 erreicht werden, auch will der Konzern schwarze Zahlen schreiben. Zum Erfolg maßgeblich beigetragen hat das SUV-Modell XC 90. Mit diesem neuen Flaggschiff will Volvo auch deutschen Premium-Marken wie Audi, BMW und Mercedes und der Toyota-Luxusmarke Lexus Konkurrenz machen. Dank der hohen Nachfrage wird ab nächstem Jahr auch wieder eine dritte Schicht im schwedischen Torslanda-Werk eingeführt. 1300 neue Mitarbeiter werden dazu eingestellt.

Was macht Saab falsch?

Ähnlich wie bei Volvo stiegen Ende des letzten Jahrtausends auch bei Saab amerikanische Autobauer ein. Saab, ursprünglich ein reiner Rüstungskonzern, verkaufte die Automobilsparte Stück für Stück an General Motors. Ein Joint Venture entstand, das von Anfang bis Ende nur Verluste verzeichnete. 2010 nahm General Motors Abschied von dieser missglückten Übernahme und Saab kam in chinesische Hände. Pech für Saab, es war wieder ein Investor ohne die nötige finanzielle Stärke. Aus diesem Grund muss Saab bzw. das chinesische Konsortium NEVS wieder auf die Suche nach einem Investor, der bereit ist zu investieren.

Für viele Automobil-Experten ist deutlich, dass Saab nicht vergleichbar ist mit Volvo. Im Gegensatz zu Volvo hat Saab nie hohe Stückzahlen produziert. Saab habe nie so eine solide Basis gehabt wie Volvo. Volvo war 1927 als Autobauer gegründet worden und hatte sich seitdem auf das Kerngeschäft fokussiert., erst später sind die Lkw-Sparte sowie Busse und Baumaschinen dazu gekommen.

Seit Mai stehen die Bänder still

Ob die Produktion im schwedischen Trollhättan wieder aufgenommen wird, hängt davon ab, ob in den nächsten Tagen ein neuer Investor gefunden wird. Seit August hat das zuständige Gericht ein Sanierungsverfahren unter Gläubigerschutz genehmigt. Eigentlich hatte Saab bis Ende November, bis zum Ende der gerichtlichen Frist von drei Monaten, Zeit, um einen neuen Investor vorzustellen. Nur unter dieser Bedingung wird das Gericht über das Ende der Sanierung entscheiden. Nun gab Saab allerdings bekannt, dass man eine Verlängerung der Frist beantragen muss. Laut Berichten werden der indische Hersteller Mahindra und der chinesische Autobauer Dongfeng als mögliche Geldgeber für Saab gehandelt. Ob diese Berichte der Wahrheit entsprechen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.