Seat zieht sich aus Russland zurück
2014-11-25 09:00:11

Seat verkaufenDer spanische Autohersteller Seat verkauft ab dem 1. Januar 2015 keine Autos mehr in Russland. Seat verlässt Russland Hals über Kopf, da die wirtschaftliche Situation dort von Monat zu Monat schlechter wird.

Die russische Wirtschaft macht schwere Zeiten durch, eine Verbesserung ist auch noch nicht in Sicht. Noch vor einigen Jahren wollte jede Automarke auf dem zukünftigen Wachstumsmarkt Russland mitmischen. Mittlerweile müssen die Autohersteller schwerwiegende Maßnahmen treffen, um profitabel zu bleiben. Seat ist einer dieser Hersteller.

Russischer Automarkt

Die Bedingungen in Russland werde nur noch schlechter. 2013 gingen die Absatzzahlen für Neuwagen bereits um 5,5 Prozent auf 2,6 Millionen verkaufte Autos zurück. Während der letzten Monate sanken die Verkaufszahlen oftmals zweistellig. Die Neuzulassungen gingen bereits um 10 Prozent zurück, vom Jahresanfang bis jetzt.

Seat verkaufte im Oktober nur 78 Pkw an russische Automobilisten. Während der ersten zehn Monate von 2014 nahmen die Seat Verkaufszahlen um nicht weniger als 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. Es erstaunt wohl niemanden, dass Seat nun den Entschluss gefasst hat, den Markt zu verlassen. Insgesamt konnte Seat dieses Jahr 1.324 Fahrzeuge an den Mann bringen, 2013 waren es noch 3.374 Exemplare.

Sorgenkind Seat

Seat Altea verkaufenDer schwache Rubelkurs und die wirtschaftlichen Probleme im Land sind die Gründe für die schlechten Seat-Verkäufe. Erst 2012 hatte die spanische Marke noch die Anzahl der Verkaufspunkte verdoppelt und das Modell-Sortiment im Land erweitert. Allerdings waren diese Schritte nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Die Anzahl von 3.374 verkauften Autos im letzten Jahr war das Resultat von einem Anstieg der Verkäufe um 35 Prozent. Der russische Automarkt war eigentlich eine Möglichkeit für Seat, um aus den negativen Zahlen zu kommen. Im letzten Jahr fuhr Seat das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte ein, mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro. Aber das reichte nicht um das Sorgenkind-Image loszuwerden. Der Nettoverlust stieg von 30 Millionen auf 149 Millionen Euro.

Mehrere Autofabrikanten

Seat unternimmt einen drastischen Schritt und verabschiedet sich komplett aus dem russischen Automarkt. Damit ist Seat nicht alleine, auch andere Autohersteller schauen kritisch auf ihre Aktivitäten in Russland. General Motors war der erste Hersteller, der handelte als Antwort auf die rückläufige Nachfrage. Der amerikanische Autohersteller fuhr seine Autoproduktion in Russland zurück. Die Produktion im Werk in Sankt Petersburg wurde Ende August direkt bis Mitte September stillgelegt. Danach ist die Produktion noch mehrmals kurzzeitig stillgelegt worden.

Auch die Konzern-Mutter von Seat, Volkswagen, fuhr die Produktion in Russland zurück. Die Fabrik im russischen Kaluga drosselte laut Berichten die Produktion von 150.000 Fahrzeugen auf Jahrbasis auf nur noch 120.000 Fahrzeuge. Offiziell bestätigt haben die Wolfsburger das aber nicht. Gegenüber der Presseagentur Reuters erklärte Volkswagen nur, dass die schlechte wirtschaftliche Lage der Grund ist, die Produktion zurückzufahren. letzten Jahren hatte Volkswagen viel Geld in den hoffnungsvollen russischen Automarkt gesteckt. Im Zeitraum 2006 bis 2013 haben die Wolfsburger rund 1,3 Milliarden Euro investiert, vor allem in die lokale Produktion und in neue Modelle. Geplant war, bis 2018 weitere 1,2 Milliarden Euro zu investieren, unter anderem für ein neues Motorenwerk in Kaluga.

Der Absatz in Russland betrug weniger als ein Prozent des Gesamtabsatzes der Marke. Das Aus in Russland wird für Seat also nicht zu viel Absatzverlust mit sich bringen.