Takata-Airbags - Probleme auch bei Honda
2014-11-30 09:00:32

Honda verkaufenDie Probleme mit Takata-Airbags hören nicht auf. Nächstes Opfer der Rückrufskandale rund um die fehlerhaften Takata-Airbags ist Honda. Der japanische Autohersteller steht bereits vor einer möglichen Strafe von mehreren Millionen Dollar. Die amerikanischen Behörden wollen diese aussprechen. Nun kommt auch noch eine Rückrufaktion hinzu. Das Image von Honda leidet.

Wer dachte, dass nun endlich Ruhe einkehrt bei den Skandalen rund um die Takta-Airbags, der lag falsch. Honda musste nun wiederum eine weltweite Rückrufaktion starten, da es mögliche Sicherheitsprobleme mit den Airbags gibt.

Rückrufaktion

Laut Honda geht es dieses Mal um eine Rückrufaktion, die ungefähr 170.000 Autos betrifft. Vor allem geht es um die Modelle Civic und Jazz, Baujahre 2004 und 2005. Von den insgesamt 170.000 betroffenen Fahrzeugen fahren rund 31.000 in Europa, ein Drittel davon in Großbritannien, ungefähr 4.000 in Italien und um die 6.000 Pkw auch in Deutschland.

Die umfangreiche Rückrufaktion wurde initiiert, nachdem ein tödliches Unglück mit einem Honda City in Malaysia stattgefunden hatte. Der Autohersteller untersucht noch, ob das Unglück, bei dem der Airbag nicht funktionierte, mit dem Fahrzeugteil zusammenhing.

Die zweifelhaften Takata-Airbags

Takata-Airbags RückrufeAuch dieses Mal hängt ein tödliches Unglück wahrscheinlich wieder mit den zweifelhaften Takata-Airbags zusammen. Takata, der größte Zulieferer von Sicherheitssystemen für die weltweite Autoindustrie, ist schon längere Zeit unter Beschuss. Eine Serie von Airbags sorgte für große Probleme. Die großen Autohersteller mussten zusammen schon mehr als eine Million Pkw zurückrufen. Die Takata-Airbags entfalten sich teils mit zu viel Kraft, öffnen sich teilweise ohne Grund und schleudert sogar kleine Metallteilchen in die Umgebung beim Öffnen.

2014 wurde ein negativer Rekord erreicht, die Zahl der Rückrufe stieg in ungekannte Höhen. Es besteht eine große Chance, dass sich die Rückrufe 2014 vervierfacht haben im Vergleich zum Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Im zweiten Quartal 2014 wurden schon mehr Autos zurückgerufen als im ganzen Jahr 2013. Die meisten Rückrufe stehen in Zusammenhang mit den Takata-Airbags.

Das erste Unglück, bei dem ein Takata-Airbag nachweislich der Hauptgrund war, wurde bereits 2004 registriert. Damals wurde ein Honda-Fahrer verletzt, kleine Stücke Metall lösten sich vom Airbag und schleuderten durch die nahe Umgebung. Nachdem im April 2013 mehrere Unfälle mit explodierenden Takata-Airbags öffentlich wurden, hat das Problem gigantischen Umfang angenommen. Autohersteller wie Toyota, BMW, General Motors, Mazda und auch Honda mussten seitdem viele Millionen Modelle zurück in die Werkstatt rufen. Nur so konnten noch mehr Opfer verhindert werden. In den Vereinigten Staaten ist bereits bei drei Unfällen deutlich, dass ein Takata-Airbag die Todesursache war. Wahrscheinlich reiht sich nun noch ein bedauerlicher vierter Fall ein.

 

Honda muss Strafgeld zahlen

Als wären die Problem rund um die zweifelhaften Takata-Airbags nicht genug, hat Honda auch noch andere Probleme. Der japanische Autohersteller muss mit einer Strafe von 35 Millionen Dollar, ungefähr 28 Millionen Euro, von den amerikanischen Autoritäten rechnen. Grund ist, dass Honda jahrelang Unglücke nicht gemeldet hat.

Es geht wahrscheinlich um mehr als 1.700 Meldungen über Unglücke mit teils tödlichem Ausgang in den letzten elf Jahren. Laut Honda blieben die Unfälle ungemeldet, da die Daten falsch eingegeben wurden und es Probleme mit der Computer-Software gab. Die Strafe von 35 Millionen Dollar ist rechtlich gesehen sogar der Maximalbetrag, der einem Autohersteller bei nicht gemeldeten Unfällen auferlegt werden kann.

Noch vor kurzem erhielt Ferrari eine Strafe von 3,5 Millionen Dollar, umgerechnet 2,8 Millionen Euro, da auch bei den Italiener Unfälle nicht fristgerecht gemeldet wurden. So meldete Ferrari drei tödliche Unglücke nicht und sendete die obligatorischen Sicherheitsberichte nicht an die Autoritäten. Auch leitete Ferrari Beschwerden von Kunden nicht weiter. Das Problem ist nicht neu, sondern spielt bereits seit 2011. Laut Ferrari sollen die Regeln ab jetzt strikt befolgt werden.