Weniger Volkswagen Auslieferungen
2014-12-16 09:00:55

Volkswagen verkaufenVolkswagen verkauft im November weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Das vorgegebene Jahresziel von 10 Millionen Pkw-Verkäufen weltweit scheint für VW dennoch in Reichweite. Volkswagen kämpft mit sinkenden Absatzzahlen in wichtigen Wachstumsmärkten und der Einführung von neuen Modellgenerationen.

Nach elf Monaten liegt Volkswagen noch immer im Plus. Ganze zwei Prozent Jahreszuwachs verzeichnen die Wolfsburger momentan. Das Minus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2013 ist, aber nicht zu übersehen. Im November wurden 508.400 Pkw und leichte Nutzfahrzeugen in Deutschland ausgeliefert.

Schwere Zeiten für Volkswagen

Passat verkaufenDie Neuzulassungen von Volkswagen sind im November um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Auch im Oktober musste VW schon Rückgänge bei den Auslieferungen verzeichnen. Im zehnten Monat des Jahres gingen die Absatzzahlen um 0,4 Prozent zurück. Im September blieben die Verkäufe ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Und das obwohl es bis zum neunten Monat so gut aussah für die Wolfsburger. Die schlechten Verkaufszahlen führen dazu, dass der Hersteller in den ersten elf Monaten des Jahres nur noch auf zwei Prozent Gesamtwachstum kommt.

Laut eigenen Angaben sind die Probleme, auf schlechte Verkaufszahlen in bestimmten Absatzmärkten zurückzuführen. So hat Volkswagen bereits seit einigen Monaten mit Absatzrückgang in Ost-Europa und im Besonderen in Russland zu kämpfen. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden die Verkäufe dort um 20 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr. Die Ukraine-Krise und der gefallenen Rubelkurs haben hier für Unsicherheit bei den Kunden gesorgt. Volkswagen hatte stark auf Russland gesetzt. Das Werk im russischen Kaluga war stetig erweitert worden, im Oktober lagen dort die Produktionsbänder allerdings für eine Zeit still, um Überproduktion zu stoppen. Bis Ende 2018 will Volkswagen 1,2 Milliarden Euro in Russland investieren, bislang hat der Konzern schon 1,3 Milliarden Euro ausgegeben. Ob sich diese Investierungen in naher Zukunft bezahlt machen, ist zu diesem Zeitpunkt offen.

Doch nicht nur in Russland bleiben die Volkswagen Verkäufe hinter den Erwartungen zurück. Auch in Nord-Amerika sanken die Verkaufszahlen mit nicht weniger als sechs Prozent. Und auch auf der südlichen Hälfte des amerikanischen Kontinents muss VW einen Rückgang hinnehmen, in Südamerika sanken die Auslieferungen sogar um 18 Prozent.

Durch die schlechten Verkaufszahlen der letzten Monate von 2014 wird Volkswagen die Verkaufsvorgaben in Ost-Europa, Russland, Nord- und Südamerika nicht erreichen können.

Wird Volkswagen die Nummer eins?

Auch wenn es für Volkswagen nicht so gut aussieht in Teilen der Welt, sieht es umso besser aus in China und auf dem Heimatmarkt. Für VW ist das Reich der Mitte mittlerweile ein sehr wichtiger Markt, rund ein Drittel aller Auslieferungen finden dort statt. Allerdings sind auch dort die Zeiten des rasenden Wachstums vorbei. Im November war das Wachstum nur noch bei 11,9 Prozent.

VW selbst gibt an, dass die Schwierigkeiten auf den Pkw-Absatzmärkten 2014 gut aufgefangen wurden, aber das die Marke nicht von allen Folgen verschont bleibt. Immerhin lautet die Zielvorgabe für die kommenden Jahre, der größte Autohersteller weltweit zu werden.

Für 2014 scheint Toyota allerdings noch das Rennen zu machen. Ende Oktober lagen die Japaner mit 10.367.000 Fahrzeugen an der Spitze, allerdings dicht gefolgt von der Volkswagen Gruppe, mit 10.113.000 verkauften Exemplaren. Bei den Gesamtjahreszahlen rechnet VW auch MAN und Scania mit, bei den Monatsverkäufen hingegen nicht. Experten erwarte allerdings, dass es keine großen Überraschungen mehr im Dezember gibt. Toyota wird wohl auf dem ersten Platz enden, VW auf dem zweiten und General Motors auf dem dritten.

Der neue VW Passat

Volkswagen-Sprecher Klingler gibt an, dass der Rückgang der Verkaufszahlen im November sich vor allem mit dem Modellwechsel beim beliebten VW Passat erklärt. Im November kam die neuste Generation zu den Autohändlern, besser gesagt, Interessenten haben seit dann die Möglichkeit ein Fahrzeug zu bestellen. Ein Modellwechsel führt oftmals zu einem kurzzeitigen Rückgang der Verkaufszahlen, so kann ein gutes neues Modell zu mehr Auslieferungen in den Folgemonaten und sogar in den kommenden Jahren führen.

Der neue Passat hat in einigen Vergleichstesten schon gute Resultate erzielt und Volkswagen ist daher laut eigenen Angeben sehr optimistisch, was den zukünftigen Verkaufserfolg angeht. Weit hergeholt ist dieser Optimismus sicherlich nicht. Seit der Einführung der ersten Passat-Generation 1973 hat dieses Mittelklassemodell schon für viele Verkäufe bei den Wolfsburgern gesorgt.

Seit November kann die achte Generation des beliebten Modells bei den Händlern bestellt werden. Zum Bestellstart müssen mindestens 30.250 Euro für die Trendline-Variante hingelegt werden, ausgestattet ist diese mit einem 150 PS-starken 2.0 TDI. Mit gleicher Motorleistung kostet der Kombi 31.325 Euro. Wer auf den Einstiegspreis warten will oder aber eine gehobene Ausstattung mit stärker Motorisierung möchte, der muss noch ein wenig Geduld üben.

Es bleibt spannend, ob und wie viel positiven Einfluss der neue Passat auf die Neuzulassungen 2015 haben wird. 2015 ist auch eine neue Chance für Volkswagen das gesetzte Ziel, weltweit größter Autohersteller zu werden, Wirklichkeit werden zu lassen.