Wartungskosten E-Auto weitaus günstiger
2014-11-08 09:00:40

WartungskostenDie Wartungskosten für elektrische Autos sind bis zu 70 Prozent günstiger als die für vergleichbare Autos mit Benzinmotor. E-Autos mögen bei der Anschaffung weitaus teurer sein, aber die jährlichen Reparatur- und Wartungskosten liegen viel niedriger. Es fallen keine kostspieligen Öl- und Filterwechsel an und auch die Kosten für Zahnriemenwechsel, die Kupplung oder neue Bremsbeläge fallen nicht so oft an. Bei Elektroautos verschleißen diese deutlich langsamer.

Die Reparatur bei einem Auto mit Elektroantrieb gestaltet sich oft vollkommen anders als bei einem gewöhnlichen Pkw. Gerade Fahrzeuge, die nur mit einem Elektroantrieb ausgestattet sind, gelten als pflegeleicht und weniger anfällig für Reparaturen. Die Gründe hierfür sind einfach gefunden, die E-Autos verfügen weder über Ölfilter noch über Zündkerzen. Beides Komponenten, die oftmals für kostspielige Reparaturen sorgen. Warum die elektrischen Autos trotzdem noch keine Verkaufsschlager sind? Die Gründe sind vielfältig.

Wartungskosten können hoch ausfallen

Elektrisches AutoWenn Autokäufer beim Ankauf eines neuen Pkw kostenbewusst agieren wollen, dann sollten sie auch die Wartungskosten nicht außer Acht lassen. Oftmals wurden hier schon große Unterschiede festgestellt. Verschiedene Studien haben den Unterschied zwischen Benzinern und E-Autos untersucht. Die Ergebnisse, abhängig von den gewählten Testkriterien, waren unterschiedlich. Eine Studie stellte fest, dass Elektroautos bis zu 70 Prozent günstiger bei den Kosten der Wartung liegen. Aber auch unter vergleichbaren Autos mit Benzinmotoren wurden große Unterschiede festgestellt.

Andere Studien attestieren den Stromern bis zu 35 Prozent weniger Wartungskosten. Diese Unterschiede zu den herkömmlichen Antrieben, Benzin- oder Dieselmotor, begründen sich darin, dass Elektroautos keine anfälligen Komponenten wie Ölfilter und Zündkerzen haben. Auch bedürfen die elektronischen Bestandteile keine besondere Wartung, daher fallen hier auch keine hohen Wartungskosten an. Mit Elektroantrieb ausgestattete Fahrzeuge benötigen auch wesentlich seltener neue Bremsbeläge. Der anfälligste und kostenintensivste Bestandteil bei Elektroautos ist die Batterie. Ist die Batterie kaputt, dann ist ein wirtschaftlicher Totalschaden nicht ausgeschlossen. Bei E-Autos müssen besonders die Reifen und die Lenkung regelmäßig gewartet werden.

Wartung und Reparatur durch qualifizierte Werkstätten

Elektroautos sollten nur in Werkstätten mit qualifiziertem Personal gewartet und repariert werden. Zwar sind Elektromotoren wesentlich einfacher aufgebaut als Verbrennungsmotoren, aber ohne vorherige Schulung sollte sich trotzdem kein Mechaniker an die Motoren wagen. Da die Wartungskosten sowieso schon niedriger liegen als bei herkömmlichen Fahrzeugen, sollten die wenigen Wartungsarbeiten dann auch von einem Fachmann durchgeführt werden. In der Zukunft werden sich die bisherigen Werkstätten und deren Personal zunehmend auf Elektrofahrzeuge und deren spezielle Anforderungen, zum Beispiel Sicherheitsmaßnahmen bei Hochvoltaggregaten, einstellen, um den Bedarf zu decken.

Reine E-Autos – Interesse gering

Ford Escape verkaufenObwohl die E-Autos mit Hinsicht auf die Reparatur- und Wartungskosten punkten können, sind reine Elektroautos bislang nicht interessant für die breite Masse der potenziellen Autokäufer. Eine aktuelle Studie hat kürzlich die Kaufbereitschaft für Elektroautos untersucht. Befragt wurden 1.500 Menschen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die sich in den kommenden zwölf Monaten privat einen Neuwagen zulegen möchten. Das Interesse an Autos, die nur über einen Elektromotor verfügen, ist sehr klein. Nicht einmal 1 Prozent der potenziellen Autokäufer können sich vorstellen, einen Pkw mit elektrischem Antrieb zu fahren. Die geringen Wartungskosten scheinen keine Käufer zu überzeugen. Als Grund für das Interesse an reinen E-Autos wird vor allem die Umweltverträglichkeit genannt.

Anzahl Neuzulassungen Elektroautos 2003-2013

Sonderstatus

Da die geringen Reparatur- und Wartungskosten für E-Autos nicht alleine überzeugen können, schafft die Bundesregierung neue Anreize, ein Elektroauto zu kaufen. Im September wurde bekannt gegeben, dass die Stromer bald einen Sonderstatus auf deutschen Straßen erhalten. Kommunen haben ab dem kommenden Jahr die Möglichkeit, Privilegien für Elektrofahrzeuge einzuführen. Denkbar sind gesonderte Kfz-Kennzeichen, die es erlauben sollen, dass auf kostenlosen Parkplätzen in den Innenstädten geparkt werden darf sowie die Busspuren genutzt werden dürfen.

Deutsche Politiker erwarten, dass die vorgestellten Pläne sowie eine steigende Auswahl an Elektroautos den Absatz steigen lässt. Auch geht man davon aus, dass die anwachsende Zahl von Elektroautos auf den deutschen Straßen eine Vorbildfunktion hat.

Es bleibt allerdings fraglich, ob alleine Sonderrechte und geringe Wartungskosten die Deutschen überzeugen werden. Die E-Autos sind immer noch vergleichsweise teuer in der Anschaffung und das Ladesäulennetz ist noch nicht weitreichend ausgebaut.